Das erste Mal im Swingerclub Teil 3

In den Orgienraum wollte ich nicht. Da fand ich schon allein den Namen blöd. Orgienraum. Klingt nicht gut. Die große Spielwiese wurde es. In den kleinen Raum mit der kleinen Spielwiese hätten wir ja auch alle gar nicht reingepasst. Ich musste doch auch an meine Jünger denken. Und an Handtücher. Die waren wichtig. Daher verteilten wir die auf der Spielwiese. Meine Jünger wurden ungeduldig. Hier wurden Vorbereitungen getroffen. Hier wird es bestimmt gleich etwas zu sehen geben. Und dann zog sich Herkules aus. Ich kontrollierte seine Arme. Ja. Steinhart. Und dann zog er mich aus und fing an mich zu küssen. Nein. An meinem Kinn zu lecken. Oh Gott. Das geht gar nicht. „Du benutzt zu viel Zunge! Das mag ich nicht.“ Und dann hörte er damit auf und ich legte mich auf die Handtücher auf die Matratze. Einer der Jünger auch. Er wollte ganz nah dabei sein und war direkt neben uns.

 

Und was macht man da jetzt so? So auf der großen Spielwiese umringt von 10 Männern? Ich schaute mir alle an. Alle nicht interessant. Aber zugucken war okay. Kein anfassen. Das durfte nur Herkules. Aber was durfte Herkules? „Nur das, was du willst. Alles, was du willst“, sagte er mir noch unten an der Bar, als ich ihn fragte, was er oben denn machen will. Ja, was wollte ich denn? Oral nicht. Ich wollte keine Schwänze im Mund haben, die vorher wer weiß wo drin steckten. Nicht ohne Gummi. Und Gummis schmecken nicht und so sehr stand ich jetzt nun auch nicht drauf, dass ich das in Kauf nehmen wollte. Oral bei mir wollte ich auch nicht. Wer weiß, wo die Zunge vorher schon überall war und die konnte man nicht so leicht waschen wie Hände (jaja, ich hatte ja auch schon geknutscht, aber trotzdem. Das ist noch mal was anderes. Wenn man nicht mal knutschen kann, dann wäre ja alles blöd). Außerdem hatte bestimmt keiner eine Schere parat, um ein Lecktuch zu basteln. Aber so was benutzt ja eigentlich eh keiner (oder doch?). Und Fingern? Fingern ist ja eigentlich sowieso am allerschlimmsten. All die Bakterien. Und wer weiß, wo die vorher noch so waren.

 

Daher griff ich erstmal nach seinem Schwanz. Das war okay. Der war okay. Der war hart. Genauso steinhart wie seine Arme. Hui. Und dick. Und groß. Volltreffer. Er bearbeitete derweil meine Brüste. Saugte und leckte dran. „Willst du mich ficken?“ fragte ich ihn dann. „Ja, natürlich!“ Und dann reichte ich ihm ein Gummi und während er es sich über zog, drehte ich mich um und begab mich in die Doggyposition. Ein Raunen ging durch das Publikum. „Oh geil“ „Ja, Wahnsinn“ „Oh ja“ Ich drehte mich nämlich nicht mit dem Kopf zu ihnen. Neben mir war immer noch einer der Jünger, der nun noch näher kam und mich berühren wollte. Sofort schlug ich seine Hand weg. Sofort verzog er sich. Und dann setzte Herkules seinen Schwanz an und drang in mich ein. Oh mein Gott. Hatte ich erwähnt, dass der echt groß war? Und dann fickte er mich. Und alle schauten zu und aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, wie alle am wichsen waren.

 

Und dann war die Show vorbei. Ich zog mich an und alle verzogen sich. Wahrscheinlich Taschentücher suchen gehen oder so. Einer blieb zurück. „Das ging schnell.“ „Vielleicht.“ „War es nicht gut?“ „Weiß ich noch nicht.“ „Wie, weißt du noch nicht?“ „Weiß ich halt nicht.“ „Vielleicht musst du dann noch mal mit wem anderen, um das zu wissen.“ Ich guckte ihn an. Vor mir stand ein kleiner Mann. Typ freundlicher Familienvater mit Hemd. Nee, das wollte ich jetzt wirklich nicht. „Nee, das war gut.“ „Und jetzt? Nach Hause?“ „Nee, ich muss was trinken.“ Und dann ging ich an die Bar und traf meinen Begleiter wieder. Ich sagte ihm Bescheid, dass ich mich auf das Sofa setzen würde und gerne einen Orangensaft hätte. Wollte er besorgen. Cool.

 

Und dann saß ich da und dann kam der attraktive zweitjüngste Gast wieder. „Darf ich mich dahin setzen?“ „Klar“ „Wir senken den Altersdurchschnitt gewaltig.“ „Das stimmt“ Und dann erzählte er mir, dass er nur auf Durchreise war und nie wieder kommen würde. Ja, ich auch nicht. Wir plauderten ein wenig. Und dann. Mitten im Gespräch. Auftritt Begleiter. Mal wieder. Er setzte sich genau zwischen uns. Und vermasselte alles. Fing dann an sich mit ihm zu unterhalten. Ignorierte mich komplett. Ich trank meinen Orangensaft aus und ging. Weil das Buffet geöffnet hatte, waren alle beschäftigt mit Essen und es gab nichts zu sehen. Ich war genervt. Überall waren nur alte Menschen. Und dann wurde mir schlecht. Ein bisschen. „Ich geh nach draußen“, sagte ich meinem Begleiter. Er kam wenig später nach und ging dann wieder, um Getränke zu holen. Vielleicht hilft ja eine Cola. Also saß ich da weiter. Alleine. Und beobachtete die alten Paare, die in die Sauna liefen und irgendwo weit weg rauchten. Von denen habe ich mich bewusst ganz weit weg gesetzt. Weil mir war ja schlecht. Da hilft kein Qualm. Sogar der Aschenbecher musste ganz weit weg.

 

Mein Begleiter kam wieder, brachte mir Cola, aber die machte alles schlimmer. „Vielleicht sollten wir was essen“, schlug ich vor. Das machte es auch nicht besser. Es war nicht wahnsinnig schlimm und wahrscheinlich hätte ich mich auch noch mit einem anderen Begleiter und mit anderem Publikum aufraffen können weiter zu bleiben, aber ich hatte keine Lust mehr. „Ist das okay, wenn wir fahren? Mir geht’s nicht so gut. Ich muss mich mal irgendwo hinlegen.“ Natürlich war das eine Stuckrad-Barre Anspielung. Aber das verstand er nicht. Er verstand allgemein gar nichts und fiel mir immer ins Wort, wenn ich irgendwas erzählte. Also erzählte ich gar nichts mehr. Wozu auch, wenn man mich immer unterbrach?! Er erzählte dann auch nichts mehr, weil „ich muss mich jetzt konzentrieren. Sonst kotze ich. Also psst.“ Ich war wirklich wahnsinnig genervt.

 

Und dann gingen wir. In der Umkleidekabine entdeckten wir das nächste Pärchen. Sie waren um die 65. Brr. Schnell zog ich mich an, gab den Schlüssel ab und lief schon mal vor. Dabei öffnete ich einem neuen Gast die Tür, der uns nur wenige Minuten danach hinterher lief. „Wie ist es so? Lohnt es sich heute?“ „Nee, ist blöd.“ „Keine Frauen da?“ „Nur so vier Paare vielleicht. (Und die anderen Frauen sind alle hässlich)“ Aber das sagte ich natürlich nicht. Er schaute mich an. „Und ihr geht ja jetzt auch schon. Hmm … scheint sich wirklich nicht zu lohnen. Vielleicht lasse ich es dann lieber.“ Dann ging er weg. Drehte sich noch mal um und rief meinem Begleiter zu: „wo findet man so eine Frau wie sie?“ Tja. Keine Ahnung. Er hatte sie jedenfalls nicht gefunden, weil ich mich garantiert nie wieder bei ihm melden werde.

 

Er beschwerte sich noch, dass ich nicht länger bleiben wollte. Er hätte ja da bleiben können. Ich wäre auch irgendwie anders nach Hause gekommen. Aber das wollte er ja auch nicht. Naja.

Mein letzter Besuch dort war es auf jeden Fall. Der letzte Besuch im Swingerclub allerdings nicht. Dann aber auf einer Mottoparty mit Altersbeschränkung (höchstens 35) und natürlich auch mit einem anderen Begleiter.

 

P.S. Da sich welche beschwert haben, dass ich mich negativ über Ältere auslasse: Hier gilt das Gleiche wie im Club. Ihr dürft gerne zugucken bzw. mitlesen Aber ich lasse euch auch wissen, dass ihr niemals mitmachen dürft. Genau so wie ihr über meine Vorlieben erfahrt, werdet ihr hier auch über meine Abneigungen lesen. Schließlich ist das hier immer noch ein Tagebuch. Mein Tagebuch. Und da würde ich ja auch nicht rein schreiben, dass mir der 60-Jährige Mann (der übrigens mein Vater sein könnte) total positiv aufgefallen ist, nur damit irgendein Leser besser dazu wichsen kann. Und wenn es euch doch stört: Oben rechts findet ihr ein kleines rotes Kreuz, was den Blog ganz einfach verschwinden lässt. Ich habe in der Uni/Job schon genug Texte, die ich nach Wunsch schreiben muss. Da werde ich hier bestimmt nicht auch noch damit anfangen.

Das erste Mal im Swingerclub Teil 2

Dann kam mein Begleiter wieder und wir wollten einen Raum ausprobieren. Der Beobachter lief uns hinterher. „Soll ich euch Gesellschaft leisten?“ Ich konnte meinen Mund noch nicht mal zu einem „joah …“ formen, da rief mein Begleiter auch schon „jetzt noch nicht!“ und während er die Tür schloss, rief ich noch ein „aber später!“ hinterher. So schlecht war der dann doch nicht und das hätte bestimmt spannend werden können.

Aber jetzt probierten wir zu zweit die Geräte aus. Die erste Runde war recht schnell vorbei, immer wieder klopften Leute an die Tür, wollten reinkommen und so beschloss ich, dass wir woanders hingehen könnten.

 

Also liefen wir zurück an die Bar. Inzwischen war es etwas voller. Ca. vier andere Paare waren noch da. Sogar zwei Solofrauen. Allerdings wahrscheinlich um die 50. Mit unvorteilhaften Kleidern, die ihre komischen Figuren nur noch komischer machten. Die viel zu hohen Schuhe trugen da ebenfalls zu bei. Die anderen Frauen waren um die 40. Mit sehr schönen Figuren in sehr schönen Kleidern oder Dessous.

Und die Männer. Naja. Die waren immer noch alt. Jetzt war sogar nicht mal mehr der Beobachter da.

 

Also liefen wir nach oben. Und dort standen überall Menschen und haben beobachtet. Eine Frau ließ sich gerade im Orgienraum ordentlich durchnehmen. Aber der war voll. Und als ich mich davor stellte, blickten mich plötzlich mehrere nackte, alte Schwänze an. Bah. Schnell weg da. Der andere Raum war etwas leerer. Dort war ebenfalls ein Paar. Und der Beobachter. Die wollten also Gesellschaft haben. Ich schaute eine Weile zu. Mein Begleiter fing an zu fummeln und direkt standen drei weitere Männer hinter uns. Aber ich hatte gerade keine Lust. Ich musste doch beobachten. Also stellte ich mich auf die andere Seite. Und mein Begleiter verschwand. Wollte im Orgienraum zugucken. Und dann war ich da alleine. Gruselig.

 

Aber ich hatte ja eine Mission. Beobachten. Also ging ich wieder näher. Und direkt wurde mir ein Platz angeboten neben irgendeinem Mann. Und dann saß ich da und habe zugeguckt. Die Frau hatte den Schwanz von ihrem Partner im Mund, während der Beobachter sie geleckt hat. Man konnte nur ein leises Wimmern und Stöhnen wahrnehmen. Und überall waren Männer. Der Mann neben mir versuchte mich immer wieder zu berühren, aber ich wollte nicht und bin weiter weggerutscht und dann hat er es auch sein lassen.

Und dann. Auftritt mein Begleiter. Ich saß da und hatte die perfekte Sicht und er stellt sich direkt vor mich. Und ich konnte gar nichts mehr sehen. Er stellte sich auch komplett vor alle anderen und dann bin ich gegangen, weil ich ihn ab da doof fand. Außerdem konnte ich den Schwanz des Beobachters nicht mehr sehen. Wie sollte ich denn jetzt herausfinden, ob sich das lohnen würde oder nicht?

 

Also bin ich wieder in den Orgienraum gegangen und zog eine Schar Männer hinter mir her. Gut fürs Selbstbewusstsein ist so ein Swingerclub Besuch als halbwegs attraktive Frau ja schon. Blöderweise interessierte mich keiner davon. Und dann stand ich im Orgienraum und schauter einer 40-jährigen operierten Barbie mit Solariumslederhaut dabei zu wie sie von zwei Männern gleichzeitig genommen wurde und dabei Pornogeschrei von sich ließ. Direkt wurde mir der Platz in der ersten Reihe angeboten. „Ich habe schon geguckt. Jetzt darfst du!“ So freundlich von dir, Opa. Aber dann war die Show vorbei und ich ging wieder als die Frau alle Männer nacheinander begutachtete und immer wieder ein „mhh ja geil“ murmelte. Ich wollte ihr ja keinen wegnehmen, der mich eh nicht interessierte. Und erblickte den zweitjüngsten Gast des Abends. Puh…der war aber attraktiv. Wir schauten uns an. Er lächelte. Ich lächelte. Und dann ging er weiter. Hmm. Okay. Also lief ich zurück in den anderen Raum. Mein Begleiter teilte mir mit, dass er mal eben duschen gehen würde. Also lief ich an die Bar und bestellte mir etwas zu trinken.

 

Ich setzte gerade mein Glas an, da sprach mich jemand an. Uh. Den hatte ich noch gar nicht gesehen. Wahrscheinlich der drittjüngste Gast hier. Er war groß und stark. Wahrscheinlich waren seine Arme steinhart, wenn ich die jetzt anfassen würde. Wir plauderten ein wenig. Er erzählte mir, dass es sein erster Besuch hier sei und noch nicht so genau weiß, wie er das hier finden würde. Jaja, ich auch nicht. Mein Begleiter kam und verzog sich direkt wieder als er sah, dass ich im Gespräch war. Brav.

„Wollen wir nach oben gehen?“ Ach, so schnell geht das? Naja, ja. Wieso eigentlich nicht. Also stimmte ich zu. Ich lief vor. Hinter mir Herkules. Und dahinter meine Jünger. Die wurde ich wohl nicht mehr los…

 

(Fortsetzung folgt)

Der erste Swingerclub Besuch Teil 1

Schon lange wollte ich mal einen Swingerclub besuchen. Aber in letzter Zeit hat das nie wirklich geklappt. Der einzige Club in der Nähe meiner Unistadt wurde damals ja von Mr Bierschwanz getestet und für nicht empfehlenswert empfunden. Also ersparten wir uns einen Besuch. Die Nächsten waren mit dem Auto fast mehrere Stunden entfernt. Zumindest die Guten. Und die mit einer Altersgrenze. Also nach oben. Denn 60-Jährigen beim Sex zugucken, wollte ich nun nicht.

Ein anderer war noch in der Nähe, aber da lag der Eintritt immer im dreistelligen Bereich und für einen „ich-will-nur-mal-gucken“-Besuch war das dann doch etwas zu viel.

Also verzichtete ich immer. Bis heute. Gerade bin ich nämlich in meiner alten Heimatstadt und hier gibt es tatsächlich einen Club in der Nähe. Einer, der nicht nur schön und sauber sein soll, sondern auch gut besucht. Und unter der Woche war der Eintritt für Paare auch recht günstig.

Also fragte ich einen alten Bekannten und der war natürlich einverstanden und wollte mich begleiten. Ich entschied mich bewusst für einen, bei dem ich keine Angst haben musste, dass er mittendrin einfach verschwinden würde. Denn auch hier lag der Club mitten im nirgendwo und irgendwie musste ich ja nach Hause kommen. Irgendwie wäre es dann sicherlich auch schon möglich gewesen, aber sicher ist sicher. Und außerdem war das bequemer. Und einfacher.

 

Natürlich kam die Idee spontan und so hatte ich eigentlich gar keine passenden Klamotten dabei. Wenn ich meinen kompletten Kleiderschrank gehabt hätte, wäre die Wahl wohl auf einen Spitzenbody oder Strapstop gefallen mit den passenden Strümpfen und offenen Schuhen. Hier hatte ich Glück, dass ich in meinem Koffer immerhin zueinander passende Unterwäsche fand. Und ein schwarzes, enges, kurzes Kleid. Offene Schuhe fand ich nicht. Aber immerhin schwarze Stiefeletten. Das sollte reichen.

Der Dresscode schien eh nicht so streng zu sein wie in den Clubs in meiner Unistadt bzw. in der Nähe davon.

 

Mein Bekannter holte mich also ab und zusammen fuhren wir die paar Minuten zu dem Club. Der Parkplatz war gut gefüllt und die Aufregung stieg. Wir liefen den kurzen Weg zum Eingang und er klingelte. Er kannte sich bereits etwas aus, da er schon ein paar Mal dort war. Er bezahlte den Eintritt, wir erhielten einen Schlüssel und zogen uns in der Umkleidekabine um bzw. aus.

 

Und dann ging es los …

 

Ich würde mich jetzt nicht als kompletten Neuling einstufen. Immerhin hatte ich schon einiges darüber gelesen, Berichte gesehen und durch den Besuch mehrerer Pornokinos wusste ich ungefähr, was mich erwarten würde. Deswegen war ich auch nicht schockiert als ich den ersten nackten Mann entdeckte. Allerdings war der um die 50. Daher war das nicht so schön. Wir drehten die erste Runde. Er zeigte mir die Bar, die Toiletten, die Duschen, den Whirlpool und die ersten Paarräume. Es gab auch ein Obergeschoss, in dem die Spielwiesen waren. Auch ein Außenbereich mit Pool und Sauna war vorhanden.

 

Und überall waren natürlich Menschen. Und natürlich war ich mal wieder mit Abstand die Jüngste. Wirklich mit großem Abstand. Und dann kam mein Begleiter. Wir liefen also noch ein paar Runden bevor wir uns dann an die Bar setzten. „Ich muss beobachten.“ Und dann ließ man mich beobachten. Mich beobachtete derzeit ein Mann. Im schummrigen Licht sah er aus wie vielleicht Anfang 40. Beim näheren Hingucken war er dann doch Ende 40. Also beobachtete ich weiter.

Beobachtete ein Paar auf dem Sofa, die einen anderen Mann fragten, ob sie mit ihm nach oben gehen möchten. Beobachtete all die alten Männer, die sich unauffällig in meiner Nähe aufhielten. Beobachtete den Beobachter, der mich einfach nur beobachtete, aber nicht mal näher kam. Nicht mal, als ich da alleine saß, weil mein Begleiter gerade duschen ging. Ja, nicht mal als ich ihn dann sogar auch beobachtete.

 

Alleine sitzen konnte ich da übrigens ganz gut. Damals im Pornokino hatte ich ja schon Angst als Mr Aufregend nur eine Sekunde nach mir aus der Toilette kam, aber hier ging das. Wenn ich die alten Männer nicht anguckte, dann näherten sie sich auch nicht…

 

(Fortsetzung folgt)

Keine Krämpfe und wuschig. Ein Soft-Tampons Testbericht

„Ernsthaft. Die ist doch auch echt voll hässlich, oder nicht?!“ Es ist Donnerstagabend. Meine Mitbewohnerin regt sich über die „Määädchen“ bei GNTM auf und ich frage mich, wann die wöchentliche Nachricht von Mr Glühwein kommt. Keine fünf Minuten später blinkt mein Handy auf. Ein „Aloha!“ von Mr Glühwein. Gruselig. Wir schreiben und er will wissen, wie es um meine Wuschigkeit steht. Wie immer. Etwas mehr, weil ich gerade meine Tage habe und da gibt es eigentlich nur zwei Zustände: Krämpfe und nicht wuschig oder keine Krämpfe und wuschig. Und gerade war Zweites der Fall. „Sollten wir das nicht ändern?“, fragte er. Keine Ahnung. Sollten wir? Mr Glühwein hat ein schlimmes Bluttrauma (ich werde es nicht weiter ausführen, weil es sehr eklig ist) und ich hatte auch nicht unbedingt Lust mein frisch bezogenes Bett einzusauen, erinnerte mich aber an die Soft Tampons in meinem Schrank. Die hatte ich mir irgendwann mal für den Notfall gekauft. Und das war doch jetzt ein Notfall, oder?

 

Also stimmte ich zu, wartete bis Heidi wen aus der Show schmiss, verabschiedete meine Mitbewohnerin und rannte ins Bad. Da schaute ich mir die Teile mal genauer an:
Ich habe die Soft Tampons Mini der Marke JoyDivision (keine Anzeige. Alles selbst gekauft) benutzt. Das sind kleine herzförmige Schwämmchen in rosa. Mir kamen sie beim auspacken schon etwas groß vor. Wie sollte man die denn ganz tief rein schieben können? Und das war also die Mini Variante? Hmm. Das Material ist dem von Putzschwämmen sehr ähnlich. Also eher großporig und nicht so fest wie zb ein Beautyblender. Der Packung liegt auch ein kleines Tütchen Gleitgel bei, was das einführen erleichtern soll. Aber man kann sie auch mit Wasser anfeuchten, gut wieder auswringen und dann nutzen. Die Herzform soll dafür sorgen, dass sie nicht nur gut sitzen, sondern sich auch gut einführen lassen. Dafür drückt man die runden Enden zusammen und führt dann die Spitze ein. Die Kuhle dient dann dazu, dass der Finger dort drauf liegen und drücken kann.

 

Okay. Das klingt nicht schwer. War es aber. In der Hocke soll es am einfachsten funktionieren, aber bei mir rutschen in der Hocke selbst Tampons in die falsche Richtung und sitzen dann nicht gut. Daher habe ich verschiedene Positionen ausprobiert (auch im Liegen) und habe am Ende überlegt, ob ich noch irgendwas hinterher schieben soll, damit der auch wirklich sehr tief sitzt, habe mich dann aber aus Zeitgründen dagegen entschieden. Ich habe dann auch noch den Finger-Test gemacht, um zu gucken, ob man den erfühlen könnte. Ja, kann man. Selbst mit meinen kurzen Fingern konnte ich merken, dass da was ist. Mr Glühwein hat ungefähr doppelt so lange Finger. Um also jegliche Irritationen und Verwunderung zu vermeiden, beschloss ich, dass heute nicht gefingert wird. Ein in Kondom eingehüllter Schwanz sollte nämlich keinen Unterschied bemerken können, habe ich mir sagen lassen.

 

Irgendwann leuchtet mein Handy erneut auf, weil Mr Glühwein nun vor der Tür steht. Er trägt jetzt einen Ring in der Nase statt dem kleinen Popelstecker und es sieht immer noch doof aus, aber ich habe mich inzwischen dran gewöhnt. Zielstrebig läuft er in mein Zimmer und hat mein Gesicht schon in den Händen, bevor er auch nur seine Jacke ausgezogen hat. Er würdigt meiner wunderschönen Eishose nicht mal einen kurzen Blick, weil er die sofort runter zieht und mich direkt fingern will. Ich drücke ihn weg und setze mich stattdessen aufs Bett. Er kommt direkt hinterher, bewundert meinen Slip, der noch schöner als meine Eishose ist und zieht meine Beine auseinander. Vielleicht bin ich durch die Rasur noch total gereizt, vielleicht ist der Schwamm Schuld, vielleicht tut mein Körper auch nur so aber so bald er versucht mit einem Finger in mich einzudringen, zucke ich zusammen. Vielleicht hat er aber auch eine scharfe Kante am Nagel. Auf jeden Fall tut es weh. „Hmm…dann müssen wir wohl was anderes machen.“ Und schon drückt er mir meine Beine wieder zusammen, um anschließend meinen Slip auszuziehen und mich dann zu lecken. Ja, das ist deutlich besser.

 

Ich bin aus irgendeinem Grund vollkommen überreizt als er mich zusätzlich noch etwas fingert und komme recht schnell. Danach geht gar nichts mehr. „Du hast mich kaputt gemacht!“ Er gewährt mir eine kurze Verschnaufpause, jammert dann, dass er nicht an mir rumspielen darf und dass ich dafür dann doch an ihm rumspielen soll. Also tu ich ihm den Gefallen, nehme seinen harten Schwanz in die Hand und knie mich kurze Zeit später vor ihn, damit er nicht gleichzeitig an mir spielen kann, was er mit einem genervten Seufzer kommentiert. Zumindest so lange bis er bemerkt, dass er jetzt einen geblasen bekommt. Bis mir die Hand einschläft und ich mich umsetze. Er versucht sie wach zu schütteln. Klappt nicht. „Du hast mich zerstört.“ „Schade, dabei würde ich dich jetzt so gern ficken.“ „Das geht!“

 

Und dann machte er das und ich hatte Angst, dass der Soft Tampon irgendwann aus meiner Nase wieder rauskommen würde, weil der Schwanz von Mr Glühwein schon sehr lang ist. Aber scheinbar merkte er nichts, machte unbeirrt weiter bis wir gleichzeitig kamen.

„Was war los mit dir heute?“ „Nichts, wieso?“ „Du warst so überreizt. Ich fands gut. So ist das nicht. Aber es war trotzdem anders. Gut anders.“ Er konnte sich ja auch nur auf den Kitzler konzentrieren und nicht tief fingern. Da passiert das schon mal.

 

Und dann stand mir der Klogang bevor. Jetzt fing das große Puhlen an. Per Jodel hatte ich vorher schon mal gefragt, ob andere damit Erfahrungen gemacht hatten. Und dass der am Ende nur sehr schwer wieder zu entfernen ist, war die häufigste Aussage. Ein paar mussten dafür auch zum Frauenarzt gehen, weil sie es allein nicht schafften. Puh. Also lief ich ins Bad. Man sollte dafür am besten in die Hocke gehen und dann … puhlen. Ich konnte ihn noch fühlen. Zum Glück. Aber ich konnte ihn kaum greifen. Eigentlich sollte es eine Lasche geben in die man seinen Finger stecken kann, um den Tampon dann einfacher rausziehen zu können, aber irgendwie fand ich die Lasche nicht oder sie war auf der anderen Seite. Ich puhlte weiter. Versuchte es mit Pressen. Überlegte, ob eine Pinzette eine gute Idee wäre. Überlegte, ob ich Mr Glühwein fragen sollte. War kurz davor Panik zu bekommen und versuchte es dann noch mal. Dieses Mal konnte ich ihn besser greifen, aber weil der Daumen nun mal recht kurz ist und Zeige- und Mittelfinger keine so gute Greifzange ergeben, war das recht schwierig. Aber ich versuchte es weiter. Und nach ca. fünf langen Minuten und Bangen (die Schwammspitze hätte ja auch einfach abreißen können) war er dann endlich draußen. Zum Glück waren meine Nägel relativ kurz. Kaum auszumalen wie Frauen das mit künstlichen spitzen Nägeln hinbekommen sollen.

 

Fazit: Nein. Das mache ich nicht noch mal.

Aller guten Dinge sind drei

Aller guten Dinge sind drei und natürlich möchte ich euch auch nicht das letzte neue Joyclub Date vorenthalten. Er war ungefähr so alt wie ich, kam aus meiner Stadt und war ständig krank und wahnsinnig spontan.

 

Manchmal kamen kryptische Nachrichten wie „wie steht’s?“ an, womit er ausdrücken wollte, dass er nun Zeit hat und wir uns nun treffen können. Ich bin eine Frau von vielen Worten und komme damit nicht klar. Also klappte das mit einem Treffen für ca. einen Monat nicht. Immer wieder machten wir einen Tag aus, aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich dann den ganzen Tag nichts vornehmen und darauf warten, dass der andere endlich antwortet, sondern nehme mir was anderes vor, wenn irgendwer zuerst fragt. Und so war ich dann schon immer verplant, wenn er gegen 20 Uhr schrieb, dass wir uns nun treffen können. Ich erklärte ihm, dass so was bei mir nicht funktioniert, er schrieb „okay“ und blieb für immer stumm. Naja, für ca. eine Woche. Da meldete er sich dann mit einem konkreten Vorschlag zurück. Wow. Geht doch.

 

Wir wollten uns mittags auf einen Kaffee treffen. „Wo und wann können wir dann ja morgen Vormittag besprechen.“ Argh … aber okay. Es regnete, weswegen ich keine Lust hatte in seinen Stadtteil zu laufen und lockte ihn in meinen. Wir wollten uns an der Haltestelle treffen, die von zahlreichen Cafés umgeben ist. Ich war zuerst da und nur wenige Momente später, fuhr seine Bahn ein. Er stieg aus, sah mich sofort und begrüßte mich mit einem neutralen „hi“. Kein Lächeln, keine Umarmung, kein gar nichts. Oookay.

 

Er war recht groß, recht tätowiert und hat auch recht viele Piercings im Gesicht. Hmm … auch nicht so unbedingt meins, aber besser als die geschniegelten Spießer von den letzten Malen. Weil das eine Café, wo ich eigentlich hin wollte, voll war, schlug ich andere vor. „Lass uns ins Café xy gehen. Die haben gute Sachen.“ Zum Glück schien er entscheidungsfreudig zu sein. So etwas mag ich nämlich gar nicht. Also, wenn jemand keine Entscheidungen treffen kann. Zumindest keine leichten. Und sich für ein Café zu entscheiden, war ja leicht.

 

Wir liefen zu dem Café und wegen der Mittagspause war es relativ voll, aber wir fanden einen kleinen Tisch und der aufgedrehte Kellner brachte uns sofort ein paar Karten. Ich bestellte mir einen Milchkaffee. Er hatte noch nichts gegessen und bestellte sich irgendwas Veganes. Bis das Essen kam, erzählte er. Sehr leise, weil die jungen Studenten am Nebentisch so nah saßen. Wir redeten über unsere Joyclub Erfahrungen und endlich bin ich mal nicht sein erstes Date darüber. Tatsächlich hatet er schon viel erlebt und konnte viel berichten. Um genaueres zu erzählen, setzte er sich direkt neben mich, damit er nicht so laut sprechen musste. Die Studenten neben uns aßen nämlich einfach nur. Sie redeten nicht und konnten jedes Wort verstehen. Aber er wollte mir unbedingt von seinen Erfahrungen über die Sklavenzentrale erzählen. „Das ist nicht so meine Szene, aber du kannst gerne darüber berichten“, sagte ich. Nicht, dass er sich direkt vorstellte, dass ich auch so was machen will. Irgendwann lief ich auf die Toilette, kam wieder und legte meine Hand auf den Tisch. Direkt neben seine. Ohne Hintergedanken. Er nahm sie direkt und streichelte darüber.

 

Hm. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Er hat aufgegessen und will spazieren gehen. „Aber es regnet!“ Also bleiben wir sitzen. Die anderen Gäste sind inzwischen gegangen. Jetzt muss man ja nicht mehr so leise reden. Wir bleiben also noch etwas bis es aufgehört hat. Er bezahlt und wir laufen ein wenig durch die Gegend. Irgendwann nimmt er meine Hand. Hm … ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll, lasse es aber einfach mal zu. Dann bleibt er stehen, zieht mich zu sich und küsst mich ganz spontan. „Hihi! Jetzt habe ich dir einen Kuss geklaut!“, sagt er und ich muss spontan an Hayat denken, weil ich direkt davor ihren neuen Post gelesen habe, in dem ihr Arzt sie noch nicht geküsst hat. In meinem Fall hat er es einfach gemacht und das finde ich grundsätzlich gut. Wir laufen noch ein wenig durch die Gegend bis wir an der Post vorbei kommen und ich daran erinnert werde, dass ich unbedingt noch Sachen verschicken muss. Aber das hatte ja noch etwas Zeit. Also laufen wir weiter. Immer wieder bleibt er stehen, nimmt mich, küsst mich und lässt mich wieder los. Es ist okay. Sonst würde ich mich ja dagegen wehren, aber ich weiß immer noch nicht, ob er mir wirklich so sehr gefällt.

 

Irgendwann landen wir wieder an der Post. Ich führe uns die ganze Zeit, weil er sich in dieser Gegend nicht auskennt. Und nun beschließe ich, dass ich wirklich dringend nach Hause muss. Ich zeige ihm noch den Weg zur Haltestelle, wir verabschieden uns und als ich Zuhause ankomme, sehe ich, dass er mir bereits geschrieben hat: „Du hübsches Ding“. Ähm ja. Danke.

 

Danach kamen alle paar Tage erneut diese kryptischen Nachrichten bis er irgendwann in der Nacht fragte, ob wir uns die Tage noch mal wieder sehen wollten. Ich wusste immer noch nicht so genau, ob ich das wollte, konnte mir aber vorstellen, dass es mit ihm ziemlich gut und aufregend werden könnte und stimmte zu. Wir vereinbarten Ort und Zeit, aber ich musste wieder absagen, weil sich pünktlich mein Unterleib mit Krämpfen meldete. Vielleicht war das ein Zeichen und etwas (mein Unterleib) wollte mir damit sagen, dass ich ihn doch nicht so gut fand.

Joyclub Dating 2.0 Teil 3

 

Bis zum nächsten Date vergingen Wochen. Wieder traf ich wen aus meiner Stadt. Wieder wen in meinem Alter. Er wollte sich bereits um 17 Uhr treffen. Ich machte 19 und dann 20 Uhr daraus. Wir trafen uns vor einem Irish Pub. Er gefiel mir auf dem ersten Blick nicht wirklich. Aber vielleicht würde sich das ja noch ändern. Wir fanden keinen Platz und liefen woanders hin. Auch da war alles voll. Also steuerten wir die nächste Kneipe an, die noch nicht voll war. Dort traf er auf zwei Kollegen. „Mit dem einen wollte ich heute eigentlich was trinken gehen, habe ihm dann aber doch gesagt, dass ich nicht kann. Oops…“ Ihm war es unangenehm, weil wir direkt in deren Blickfeld saßen und sie nun den wirklichen Grund für seine Absage kannten. Wir bestellten Bier und ich fand heraus, dass ich sein allererstes Blind Date war. Er wollte das einfach mal ausprobieren. Er wollte vieles mal ausprobieren. Das Gespräch war nett, aber irgendwann waren die Themen durchgekaut. Schnell merkte man, dass da nicht besonders viele Gemeinsamkeiten waren. Schnell merkte ich, dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie der irgendwann mal in meinem Bett liegen würde. Irgendwann bemerkte ich, dass seine Kollegen verschwunden waren und erwähnte es. „Also du triffst dich mit jemanden auf einen Drink und dann überlegt man, ob man es an einem anderen Tag fortsetzen würde?“ „Ja, genau.“ Man merkte wie er überlegte. „Wärst du mir böse, wenn ich jetzt gehe und meine Kollegen noch einhole und mit denen weiterziehe?“ Okay. Das war abrupt. Das war unerwartet. Aber das war okay. Wahrscheinlich hätte ich an seiner Stelle das Gleiche gemacht. Ich war im ersten Moment etwas verwirrt, deswegen erklärte er, dass wir beide wohl gemerkt hätten, dass es sowieso nicht passen würde und wir daher auch keine Zeit verschwenden müssten. „Du siehst nicht glücklich damit aus.“ „Ich würde mir nur doof vorkommen, wenn du mich hier jetzt einfach sitzen lassen würdest und wir nicht zusammen rausgehen.“ Also trank er noch brav sein Bier mit mir aus, wartete bis ich fertig war und bezahlte dann an der Theke.

Wahrscheinlich wäre der Abend anders ausgegangen, wenn ich Sex nicht so deutlich ausgeschlossen hätte. Wahrscheinlich wäre er aber unbefriedigend und einmalig gewesen. Und wahrscheinlich hätte man ihn nur mitgenommen, weil es möglich gewesen wäre und man ja keine Gelegenheit verstreichen lassen sollte. Aber sehr wahrscheinlich ist eine Folge Gilmore Girls und Pistazieneis viel besser als unterdurchschnittlicher Sex, den man nicht wiederholen will.

 

Und jetzt warte ich auf Mr Glühwein. An sein Nasenpiercing habe ich mich inzwischen gewöhnt. Wahrscheinlich nur so lange bis da ein Ring durch kommt. Aber dafür darf ich ihm die Haare flechten und er bringt immer Alkohol mit. Und ich muss mir nicht die ganze Zeit denken, dass meine Zeit mit den Gilmore Girls viel besser wäre.

Joyclub Dating 2.0 Teil 2

 

Ich traf mich also mit dem Profiltextdieb zum Abendessen. Ist jetzt nicht unbedingt meine Idealvorstellung für ein erstes Treffen, weil das lange dauert, weil man direkt viel Geld ausgeben muss und weil man überhaupt etwas finden muss, auf das beide Lust haben. Aber ich wusste, dass ich an dem Tag bis kurz vorher unterwegs war und es nicht schaffen würde, vorher zu essen. Also war das einfach praktisch. Er schlug eine Reihe teurer und exklusiver Restaurants vor … „da geht nur die High Society hin … und da kommt man ohne Reservierung gar nicht erst rein … das sieht von außen immer sehr exklusiv aus … die haben in irgendeiner Show gewonnen … blabla.“ Ich entschied mich am Ende für irgendeinen Griechen. „Da ist das sehr familiär. Es schmeckt großartig und ist recht günstig. Aber ich weiß nicht, ob es das Richtige ist, um eine schöne junge Dame auszuführen.“ Passt schon. Ich wollte weder selbst zu viel Geld für irgendein Essen zahlen, was am Ende schlecht läuft und womöglich langweilig wird, noch wollte ich mich von ihm zu einem teuren Essen einladen lassen, wenn ich ihm an Ende langweile.

 

Wir trafen uns vor dem Griechen. Er war groß, hatte schöne Arme, aber irgendwie ein komisches Gesicht. Er war freundlich, höflich und stinklangweilig. Und starrte bei jeder Gelegenheit auf meine Brüste. Da war nicht mal was zu sehen, weil ich gar keinen Ausschnitt trug. Er redete wahnsinnig langsam. Ich rede im Gilmore Girls Tempo und bei ihm klingt das so, als ob irgendwer die Slow-Taste betätigt hätte. Er hatte Mathe, Physik und noch irgendwas anderes abgedrehtes studiert, promoviert und arbeitete nun für irgendein Unternehmen. Daher war er unter der Woche in einer anderen Stadt und am Wochenende in meiner. Auch nicht so ideal. Das Essen war lecker. Er bestellte zwei große Bier und trank am Ende auch noch meinen Ouzo, weil ich zu dem Zeitpunkt auf Alkohol verzichtete und sprach dadurch wohl etwas schneller. Aber immer noch halb so langsam wie ich. Insgesamt war es also durchwachsen. Wir verabschiedeten uns, er bot nicht mal an mich nach Hause oder zur Bushaltestellte zu begleiten (das fällt mir nur auf, weil er der Erste war, der das nicht gemacht hat), wollte dafür aber Handynummern austauschen, was ich ablehnte und machte mir im Weggehen noch ein Kompliment für mein Outfit.

Am nächsten Tag hatte ich eine lange Mail von ihm. Ich erwartete eine ausführliche Erklärung darüber, warum wir das nicht wiederholen sollten. So etwas steht ja meistens in langen Nachrichten. Stattdessen ging er detailliert auf mein Aussehen ein und was ihm daran alles gefallen hat. In der Mail waren sicherlich zehn Komplimente. Puh. Nett war das. Übertrieben aber auch. Ich antwortete erstmal nicht. Noch nicht. Schließlich verdiente eine lange Mail auch eine lange Antwort. „Ich hoffe, dass ich damit nicht zu dick aufgetragen und dich vertrieben habe.“ Schickte er noch hinterher. Doch, eigentlich schon. Nachdem mir auch nach zwei Tagen nichts eingefallen war, was ich darauf erwidern könnte, bedankte ich mich einfach nur. „Ich mache gerne Komplimente, wenn es an die Richtigen geht. Ich würde dich gerne am kommenden Samstag wieder sehen.“ Ach Gott. Wie komme ich da bloß wieder raus. Wie vergibt man einen Korb an jemanden, der doch eigentlich so nett ist? Andere würden ihn einfach ghosten, aber das ist mies. Ich habe ebenfalls gar nichts gemacht. Ok doch. Ich habe zugesagt, weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte.

 

Außerdem dachte ich mir, dass ich ihn ja vielleicht bei einem zweiten Treffen etwas anziehender finden könnte. Wer weiß. Also stand ich eine Woche später vor seiner Haustür. Wir wollten was Essen. Weil ich noch keinen Hunger hatte, sollte ich erstmal zu ihm kommen, um dann zu überlegen, ob wir was kochen, bestellen oder Essen gehen. Ich stand vor einem Wohnheim. Genau an der Pokémon Arena, die ich seit Tagen versuchte Gold zu färben. Mist. Ich musste immer durch den Hinterhof laufen, wenn ich zur nächsten Arena wollte. Und da wohnte der also? Hoffentlich würde das am Ende nicht schlecht ausgehen, sonst würde ich die nie Gold bekommen.

 

Ich fand seine Klingel nicht und schrieb, dass ich nun da war. Die Tür ging auf, ich lief die paar Stockwerke hoch und er begrüßte mich schon im Treppenhaus. Hmm … letztes Mal entschied er sich für ein Hemd. Heute trug er ein T-Shirt und wirkte nun noch unattraktiver auf mich. Das hatte schon mal nicht geklappt. Wir liefen in die Küche und beim Betreten der Wohnung konnte ich in ein Zimmer sehen. Das war extrem hässlich eingerichtet und in der Ecke stand ein Einzelbett. Hoffentlich war das nicht sein Zimmer. Doch, natürlich war das sein Zimmer. Wozu auch eine teure Wohnung suchen, wenn er eh nur am Wochenende in der Stadt war und sonst in schicken Hotels wohnt. Ich sehnte mich schon jetzt nach meinem wunderschönen Zimmer.

 

Wir entschieden uns dafür einen Film zu gucken bis ich Hunger bekam und dann entweder etwas zu bestellen oder zu holen. Weil er den Jugendcode für den Account nicht kannte, konnten wir den eigentlichen Film nicht schauen und ich schrie auf, als ich „Findet Dorie“ in der Liste sah. Den wollte ich schon lange sehen und hatte die perfekte Länge. Also machte er den Film an und wir saßen beide auf seinem Einzelbett. Auf der langen Seite. Mit Abstand dazwischen. Nicht auf der kurzen. Und es passierte nichts. Zum Glück. Denn den Film wollte ich wirklich sehen und außerdem fand ich ihn weiterhin nicht ansprechend. Irgendwann knurrte mein Magen und seiner auch. Der Film war zu Ende und ich musste das hier auch irgendwie zu Ende bringen. Aber ich hatte Hunger. Und er auch. Also beschlossen wir, was zu essen. „Wir können ja was bei der Pizzeria um die Ecke holen gehen und hier dann noch einen Film gucken.“ „Wir können das auch einfach dort essen.“ „Ja, können wir auch.“ Da würde ich leichter eine Ausrede finden, um nach Hause zu gehen. Aber die brauchte ich gar nicht. Wahrscheinlich bestrafte mich auch das Karma, dass ich das hier überhaupt unnötig in die Länge zog, aber ich biss auf irgendwas Hartes und hatte Zahnschmerzen und dadurch Kopfschmerzen. Und er hatte keine Schmerztabletten Zuhause. Aber ich. Also war die logische Konsequenz, dass ich nach Hause gehen muss. Das Essen war extrem … still. Ich stellte oberflächliche Fragen, er erzählte. Und stellte keine Gegenfragen. Und dann werde ich extrem passiv und habe keine Lust auch nur irgendwas zu erzählen, weil ich denke, dass es meinen Gegenüber eh nicht interessiert. Sonst würde er ja nachfragen.

 

Also verabschiedeten wir uns. Wieder bot er nicht an, mich zur Bushaltestelle oder nach Hause zu begleiten. Wieder schrieb er mir eine detaillierte Bewertung zu meinem Outfit (was ist nur los mit dir?). Und wieder wollte er diesen schönen (?!) Abend wiederholen. Am liebsten schon am nächsten Tag. Aber ich hatte andere Pläne. Er schrieb mir weiterhin. Meine Antworten waren knapp. Er schickte mir Bilder von seinem Hotel und schrieb mir, wie schön es wäre, wenn ich da jetzt in seinem großen Bett liegen würde. Ich antwortete, dass ich krank bin und ging nicht weiter darauf ein.

 

Tage später war ich wieder gesund, stand unter der Dusche und beschloss, dass jetzt der Tag gekommen war, an dem ich ihm einen Korb geben musste. Als ich auf mein Handy schaute, war eine Nachricht von ihm da. Er will mich wiedersehen, aber er ist sich nicht sicher, ob ich das auch will. Uh, der machte mir das jetzt aber besonders leicht. Also antwortete ich, dass ich das nicht will. Aus diversen Gründen. Und er bedankte sich dafür, dass ich so ehrlich bin und er jetzt Sicherheit hat. Wenn das immer so friedlich und höflich ablaufen würde, hätte nie jemand dieses dämliche Ghosting erfunden.