Der Geschäftsreisende

Seit einigen Wochen hatte ich Kontakt mit jemanden, der hin und wieder in meiner Heimatstadt war und Abwechslung von seiner Beziehung wollte. Sah ganz nett aus und wir wollten uns direkt nach dem ersten Chat auch schon treffen. Es ging noch Stunden hin und her und plötzlich wurde es ihm zu spät. Super. Ich habe direkt geschrieben, dass ich jetzt gar keine Lust mehr habe und hatte die Nummer wieder gelöscht. Tage später kam dann doch wieder eine Nachricht, aber da hatte ich keine Zeit. Danach vergingen Wochen und dann machte er einen konkreten Vorschlag für ein Treffen. Er wollte ein Hotel in meiner Nähe buchen, damit ich spontan rüberlaufen konnte.

Tage vorher kamen schon immer wieder Nachrichten mit „und das klappt wirklich?“ „Bist du dir auch sicher?“ „Nicht, dass ich das Hotel jetzt buche und du nicht kommst“ … war mir ja schon ein bisschen zu doof, schließlich machte ich das nicht zum ersten Mal, ich war eine Minute zu Fuß entfernt und hatte bereits 100 mal zugesagt. Und ich bin nicht diejenige, die sich das spontan doch noch mal anders überlegt.

Der besagte Tag war da und nachdem wir mittags schon geschrieben hatte, wollte mir der Herr doch tatsächlich kurzfristig absagen „das könnte voll spät werden. Weiß nicht, wann ich hier loskomme“ … ja klar … ich habe ihm dann geantwortet, dass ich Zeit gehabt hätte, auch später, aber wenn das jetzt nicht klappt, es nie klappen wird, weil ich dann keine Lust mehr habe. Hat geklappt. Er buchte ein Hotel in meiner Nähe (das wollte ich eh schon immer mal von innen sehen) und wir telefonierten kurz. Ich machte mir noch einen netten Abend mit meiner Mitbewohnerin und sogar zwei Stunden früher war er dann sogar schon im Hotel. Ich schlich mich aus der WG, um mit meinen lauten Schuhen niemanden wach zu klackern und stellte mich an den vereinbarten Treffpunkt.

Vor mir stand ein großer, recht schmaler aber hübscher Typ Ende 20. Guter Kleidungsstil, sehr hochwertig (das erkennen meine Fashionbloggeraugen sofort) und insgesamt sehr gepflegt. Zum 100. mal kam die Frage, ob wir vorher noch was trinken gehen sollten (nein, immer noch nicht. Vor allem hat um die Uhrzeit unter der Woche eh nichts mehr auf) und dann gingen wir in sein Hotel. Hässlicher 80er Jahre Stil. Aber okay. Habe ich das auch mal gesehen. Unbeholfen saß er ca. einen Meter von mir entfernt auf dem Bett. Scheint er wirklich nicht oft zu machen. Aber dann küsste er mich und dann ging es auch ziemlich schnell zur Sache. Er fingerte und leckte mich, ich bließ ihm kurz einen und dann fickte er mich von hinten. Es war nicht wirklich gut, er kam auch viel zu schnell „ich bin müde. Zählt das?“ und dann lagen wir so da und er wollte viel zu viel reden.

In 2 Wochen ist er wieder für ein paar Tage da, will sich in das schickste 6-Sterne Hotel der Stadt einbuchen und mit mir die Abende verbringen. Das Hotel will ich unbedingt sehen, aber den Rest? Mal gucken.

5 Gedanken zu “Der Geschäftsreisende

  1. Oh mein armer Geschlechtsgenosse! Soviel Angst vor der eigenen Courage. Und Angst, versetzt zu werden. Und dann noch die Sorge, ein Hotelzimmer umsonst aber nicht kostenlos zu buchen. Und im Bett zu versagen. Irgendwie tut er mir leid.
    Jetzt wo ich in Vielem so sicher und auch ein wenig abgeklärt bin, wo ein paar hundert Euro auch mal aufs Spiel gesetzt werden können, frage ich mich manchmal, ob es nicht auch irgendwie schön war; in meiner Zeit der aufregenden Unsicherheit?
    Lass mich mal überlegen ….
    Nö! Es war fürchterlich. :-)
    Schöne Story!

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    1. Dein Mitleid kannst du wieder runterschrauben. Er war auf Durchreise in eine andere Stadt, es war vllt ein Umweg von einer Stunde aber mehr nicht. Und das Zimmer hat die Firma bezahlt. Im schlimmsten Fall haette er also in einem echt haesslichen Zimmer geschlafen. Aber ja…deswegen lasse ich mich lieber bei mir abholen oder eben am Bhf. Zug fahren kann ich kostenlos und im schlimmsten Fall war ich 20min umsonst unterwegs. Ist mir zum Glueck aber noch nie passiert.

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