Nachtwanderung

Nach dem langweiligsten Date aller Zeiten war ich wahnsinnig müde, gleichzeitig wollte ich aber noch etwas erleben. Ich loggte mich in den Chat des Erotikportals ein, bekam Nachrichten vom arroganten Münchener, der mir auf einmal Komplimente machte (wtf?!) und spät, wirklich sehr sehr spät eine Nachricht von jemanden, der mich bereits vor Wochen angeschrieben hatte. Als ich kurz zuvor meine Kontakte durchging, um zu prüfen, wem ich mal schreiben könnte, blieb ich bei ihm hängen. Er war Mitte 20, wohnte im angrenzenden Stadtteil und war Student. Ich weiß nicht mehr, was wir geschrieben hatten, aber ich behielt ihn als definitive Option im Hinterkopf. Und dann schrieb er, dass er jetzt Zeit hätte. Es war Montag. Montag 1.30 Uhr. „Das ist aber jetzt sehr spät. Das ist doch gruselig.“ „Ja ich klinge jetzt wohl wie der übelste Creep, aber wir könnten einen Nachtspaziergang machen.“ Als ob. Aber es klang spannend. Und aufregend. Und ich hatte riesige Lust. Wir verabredeten uns für 2.20 Uhr an einer Apotheke in der schönsten Straße der Stadt. Die war nur 5min. zu Fuß von mir entfernt und obwohl es nachts und unter der Woche war, würde die Dank zahlreicher Studenten noch gut besucht sein.

Ich machte mich kurz frisch, fischte mir noch eine Hose vom Kleiderhaufen, zog meine Lederjacke über und machte mich dann auf den Weg. Bedenken hatte ich irgendwie keine. War natürlich mal wieder nicht meine wohlüberlegteste Aktion, aber was soll’s. Hatte ich erwähnt, dass ich in der schicksten Gegend meiner Unistadt wohne? Hier gibt es nur Studenten in Verbindungen oder unmöglich geschnittenen WGs, Anwälte, Ärzte, Familien mit verwöhnten Kindern oder Agenturen, die ihre Kunden mit der tollen Lage beeindrucken wollen. Hier fühle ich mich eigentlich relativ sicher und habe keine Bedenken nachts um 2 Uhr noch durch die Straßen zu wandern. Außerdem war, wie vermutet, noch ziemlich viel los. Betrunkene Studenten zogen durch die Straßen und einige kamen mit dem letzten Zug aus der nächsten Großstadt von einer Kneipentour wieder.

Ich lief durch die Straße in der Mr Ich-zeig-dir-meine-120m²-Altbau-Wohnung wohnte und schaute mir noch mal die Klingelschilder an. Meine Mitbewohnerinnen hatten damals zwar seinen Nachnamen rausbekommen, aber dafür gab es tausende Schreibweisen. Ich wollte mich endlich wieder daran erinnern, wie er aussah. Nun hab ich den Namen, aber google verrät mir trotzdem nichts. Manno! Danach musste ich nur noch eine Ampel überqueren und schon war ich da. Vor mir lief ein Typ, der dann vor dem Treffpunkt stehen blieb. Aber der hatte dunkle Haare, gar keine blonden. Ah, der trägt eine Cappie. Okay. Ich lief ihm hinterher, schaute ihn an und meinte sofort „hi!“ Ein wir-stehen-jetzt-erstmal-in-der-Gegend-rum-und-tun-so-als-ob-wir-auf-wen-warten können wir uns ja sparen. Er grinste mich an, meinte ebenfalls „hi!“ und … gab mir die Hand. Äh ja, danke. Wir liefen zurück auf die Allee und gingen ein Stück nebenher und sofort lief das Gespräch viel viel besser als beim langweiligsten Date aller Zeiten. Wir befanden uns eindeutig auf einer Wellenlänge und er war mir sehr sympathisch. Danach setzten wir uns auf eine Bank und er guckte mich an. „Also von mir aus könnten wir jetzt direkt zu dir gehen. Ich will.“

Jetzt schaute ich ihn mir mal genauer an. Laut Profil war er 1,72m groß. Gerade mal 5cm größer als ich also, war aber recht sportlich und trainiert, weswegen er irgendwie nicht so klein wirkte. Dazu hatte er ein recht hübsches Gesicht. Ja, der war durchaus ansehnlich.

Aber ich wollte nicht zu mir. Meine Mitbewohner schliefen bereits, die Wände sind nach wie vor dünn und die allgemeine Stimmung aktuell etwas angespannt, weil alle unter Stress standen. „Was ist denn bei dir? Wieso können wir da nicht hin?“ „Ich wohne 25min. zu Fuß entfernt.“ „Du hast mir geschrieben als du losgelaufen bist. Du hast 10min. gebraucht.“ „Ich hab unterwegs vom Handy geschrieben.“ „Du hast mir deine Adresse verraten. Die Straße ist nicht so weit weg.“ „Mist. Okay. Ich muss aber noch etwas fragen. Das ist jetzt etwas unerotisch, aber hast du Gummis dabei?“ Haha … das war also der Grund. Aber gut, dass ich vorbereitet war und welche eingepackt hatte und dann liefen wir los.

Der Weg dauerte keine 25min. aber doch 15min. und wir plauderten weiter. Egal welches Thema er anschnitt, ich konnte ihn jedes Mal mit meinem Wissen beeindrucken. Ha! Wir hassten sogar den gleichen Fußballverein. (Natürlich ist es der HSV. Wer auch sonst?!)

Irgendwann bogen wir in eine mir bekannte Straße ein. „Ist das die Straße xy?“ „Ja. Die müssen wir einmal komplett langlaufen.“ Der wohnte gar nicht in einem angrenzenden Stadtteil. Der wohnte in meinem Stadtteil. Der wohnte 200m neben Mr Ewan McGregor. Gott, wieso verfolgt der mich so?

Er schloss die Tür zu seinem Wohnheim auf. Zusammen mit zwei anderen teilte er sich eine WG und wir mussten ganz leise sein, weil alle bereits schliefen. Dabei sahen die Wände hier eindeutig dicker aus als bei mir. Ganz leise schloss er seine Zimmertür und ganz leise legte ich meine Tasche und meine Jacke auf den Boden. Dann stand er vor mir und deutete an, mich aufs Bett zu legen. Er legte sich neben mich und nur wenig später küssten wir uns auch schon. Das klappte hervorragend und ich hatte wirklich Lust auf ihn. Er zog mir irgendwann mein T-Shirt und meinen BH hoch, um an meine Brüste zu gelangen. Er leckte und saugte an meinen Nippeln und kniff auch ordentlich rein, was ich mit einem Schlag quittierte. Zu fest ist auch nicht gut. Er wanderte anschließend weiter nach unten und wollte zwischen meine Beine fassen. Meine Hose war inzwischen runtergerutscht, weswegen die Naht auch wieder viel zu weit unten hing und er eigentlich Luft streichelte bis ich ihn darauf aufmerksam machte. Und dann wanderte seine Hand unter meine Hose, was ihn nur dreckig grinsen ließ, weil ich wirklich nass war.

Ich streifte meine Hose runter, damit er besser rankam und mich ordentlich fingern konnte. Und mein Gott. Das konnte er wirklich ordentlich!

Irgendwann führte er meine Hand zu seiner Hose, die ich daraufhin versuchte zu öffnen. So viele Knöpfe…wer denkt sich so was denn bitteschön aus? Er half mir, ich zog seine Boxershorts runter und packte seinen Schwanz aus. Der war bereits hart und tropfte vor Lust. Und war wieder mal total groß. Aber ich beschwere mich ja nicht.

Ich bearbeitete ihn ein wenig mit der Hand und er fragte, ob er mich jetzt ficken dürfte. Na klar. Ich griff zu meiner Tasche und legte ihm ein Kondom auf die Brust. Geschickt zog er es sich über und ich legte mich schon mal zurecht. Er schwang sich auf mich und drang langsam in mich ein. Hui, das tat gut bis er auf einmal anfing zu rammeln. Aber nur ganz kurz, denn nach nur wenigen Stößen wäre er schon fast gekommen, weswegen er langsam weitermachte. Aber man sah ihm an, dass er nicht mehr lange durchhalten konnte, hielt aber tapfer durch.

Irgendwann kam er und ließ sich dann zur Seite fallen. „Ich bin gleich wieder fit!“ „Bist du sicher?“ „Nein…“ „Willst du jetzt schlafen?“ Ich hatte nicht vor über Nacht zu bleiben, wollte jetzt aber auch nicht sofort rausstürmen. „Nein, noch nicht. Wir können noch reden.“ Und dann kamen wir auf das Festival zu sprechen, auf dem ich zuvor war. „Waren da etwa Indie Rock Bands? Es gibt nichts Schlimmeres als Indie Rock Bands…oder Brit Pop und der ganze Kram.“ Pff! Also ich hab Noel Gallagher ja aus der 5. Reihe angehimmelt. Aber ich wusste genau, wie ich ihn beeindrucken konnte. „Die Antwoord waren da“ „Die Antwoord sind der geilste Scheiß überhaupt!“ Sag ich ja…

Wir schwärmten uns noch ein wenig von unseren Lieblingsserien vor und das Gespräch lief wirklich super. Ja, so hätte das mal bei meinem Eisdate laufen sollen. Irgendwann wurde ich auch müde und auch er konnte kaum noch die Augen offen halten. „Willst du jetzt schlafen?“ „Ja“ Ich glaube nicht, dass er davon ausging, dass ich noch nach Hause laufen wollte und war ganz überrascht als ich meinte, dass ich dann jetzt gehen würde. Er brachte mich noch zur Tür und ich machte mich auf den Heimweg. Ich konnte auf die Wohnung von Mr Ewan McGregor gucken. Da brannte noch Licht. Um 3.30 Uhr. Soso. Aber gruselig wie nah die alle wohnen. Und seltsam, dass ich all den Typen aus meiner Unistadt nicht ständig begegne. Naja, besser so.

Ich genoss es durch die ruhigen und friedlichen Straßen zu laufen und kam zufrieden in meiner WG an. Ja, das hatte was.

10 Gedanken zu “Nachtwanderung

  1. Ehrlich, beschwer dich nicht über große Schwänze! Hab eine Freundin, die mir letztens schrieb… sie hätte einen kennen gelernt… mega der liebe Typ und so weiter… der will auch mehr… also eigentlich alles perfekt! Dann fragte sie mich: „Aber soll ich mit einem vernünftigen Typen zusammen kommen und dafür auf ein erfülltes Sexleben verzichten? Ich meine, der ist echt klein! Ich spüre nichts! GAR NICHTS!“ Ich daraufhin: „WTF?“ Sie wieder: „Ehrlich! Nicht mal, wo ich ihn geritten habe, habe ich was gespürt! Als ob da nichts in mir drin wäre!“ Und ich: „Ach du scheiße! Dann never ever! Du wirst nicht glücklich!“ Haha! Von wegen es kommt nicht auf die Größe an. XD

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