Keine Krämpfe und wuschig. Ein Soft-Tampons Testbericht

„Ernsthaft. Die ist doch auch echt voll hässlich, oder nicht?!“ Es ist Donnerstagabend. Meine Mitbewohnerin regt sich über die „Määädchen“ bei GNTM auf und ich frage mich, wann die wöchentliche Nachricht von Mr Glühwein kommt. Keine fünf Minuten später blinkt mein Handy auf. Ein „Aloha!“ von Mr Glühwein. Gruselig. Wir schreiben und er will wissen, wie es um meine Wuschigkeit steht. Wie immer. Etwas mehr, weil ich gerade meine Tage habe und da gibt es eigentlich nur zwei Zustände: Krämpfe und nicht wuschig oder keine Krämpfe und wuschig. Und gerade war Zweites der Fall. „Sollten wir das nicht ändern?“, fragte er. Keine Ahnung. Sollten wir? Mr Glühwein hat ein schlimmes Bluttrauma (ich werde es nicht weiter ausführen, weil es sehr eklig ist) und ich hatte auch nicht unbedingt Lust mein frisch bezogenes Bett einzusauen, erinnerte mich aber an die Soft Tampons in meinem Schrank. Die hatte ich mir irgendwann mal für den Notfall gekauft. Und das war doch jetzt ein Notfall, oder?

 

Also stimmte ich zu, wartete bis Heidi wen aus der Show schmiss, verabschiedete meine Mitbewohnerin und rannte ins Bad. Da schaute ich mir die Teile mal genauer an:
Ich habe die Soft Tampons Mini der Marke JoyDivision (keine Anzeige. Alles selbst gekauft) benutzt. Das sind kleine herzförmige Schwämmchen in rosa. Mir kamen sie beim auspacken schon etwas groß vor. Wie sollte man die denn ganz tief rein schieben können? Und das war also die Mini Variante? Hmm. Das Material ist dem von Putzschwämmen sehr ähnlich. Also eher großporig und nicht so fest wie zb ein Beautyblender. Der Packung liegt auch ein kleines Tütchen Gleitgel bei, was das einführen erleichtern soll. Aber man kann sie auch mit Wasser anfeuchten, gut wieder auswringen und dann nutzen. Die Herzform soll dafür sorgen, dass sie nicht nur gut sitzen, sondern sich auch gut einführen lassen. Dafür drückt man die runden Enden zusammen und führt dann die Spitze ein. Die Kuhle dient dann dazu, dass der Finger dort drauf liegen und drücken kann.

 

Okay. Das klingt nicht schwer. War es aber. In der Hocke soll es am einfachsten funktionieren, aber bei mir rutschen in der Hocke selbst Tampons in die falsche Richtung und sitzen dann nicht gut. Daher habe ich verschiedene Positionen ausprobiert (auch im Liegen) und habe am Ende überlegt, ob ich noch irgendwas hinterher schieben soll, damit der auch wirklich sehr tief sitzt, habe mich dann aber aus Zeitgründen dagegen entschieden. Ich habe dann auch noch den Finger-Test gemacht, um zu gucken, ob man den erfühlen könnte. Ja, kann man. Selbst mit meinen kurzen Fingern konnte ich merken, dass da was ist. Mr Glühwein hat ungefähr doppelt so lange Finger. Um also jegliche Irritationen und Verwunderung zu vermeiden, beschloss ich, dass heute nicht gefingert wird. Ein in Kondom eingehüllter Schwanz sollte nämlich keinen Unterschied bemerken können, habe ich mir sagen lassen.

 

Irgendwann leuchtet mein Handy erneut auf, weil Mr Glühwein nun vor der Tür steht. Er trägt jetzt einen Ring in der Nase statt dem kleinen Popelstecker und es sieht immer noch doof aus, aber ich habe mich inzwischen dran gewöhnt. Zielstrebig läuft er in mein Zimmer und hat mein Gesicht schon in den Händen, bevor er auch nur seine Jacke ausgezogen hat. Er würdigt meiner wunderschönen Eishose nicht mal einen kurzen Blick, weil er die sofort runter zieht und mich direkt fingern will. Ich drücke ihn weg und setze mich stattdessen aufs Bett. Er kommt direkt hinterher, bewundert meinen Slip, der noch schöner als meine Eishose ist und zieht meine Beine auseinander. Vielleicht bin ich durch die Rasur noch total gereizt, vielleicht ist der Schwamm Schuld, vielleicht tut mein Körper auch nur so aber so bald er versucht mit einem Finger in mich einzudringen, zucke ich zusammen. Vielleicht hat er aber auch eine scharfe Kante am Nagel. Auf jeden Fall tut es weh. „Hmm…dann müssen wir wohl was anderes machen.“ Und schon drückt er mir meine Beine wieder zusammen, um anschließend meinen Slip auszuziehen und mich dann zu lecken. Ja, das ist deutlich besser.

 

Ich bin aus irgendeinem Grund vollkommen überreizt als er mich zusätzlich noch etwas fingert und komme recht schnell. Danach geht gar nichts mehr. „Du hast mich kaputt gemacht!“ Er gewährt mir eine kurze Verschnaufpause, jammert dann, dass er nicht an mir rumspielen darf und dass ich dafür dann doch an ihm rumspielen soll. Also tu ich ihm den Gefallen, nehme seinen harten Schwanz in die Hand und knie mich kurze Zeit später vor ihn, damit er nicht gleichzeitig an mir spielen kann, was er mit einem genervten Seufzer kommentiert. Zumindest so lange bis er bemerkt, dass er jetzt einen geblasen bekommt. Bis mir die Hand einschläft und ich mich umsetze. Er versucht sie wach zu schütteln. Klappt nicht. „Du hast mich zerstört.“ „Schade, dabei würde ich dich jetzt so gern ficken.“ „Das geht!“

 

Und dann machte er das und ich hatte Angst, dass der Soft Tampon irgendwann aus meiner Nase wieder rauskommen würde, weil der Schwanz von Mr Glühwein schon sehr lang ist. Aber scheinbar merkte er nichts, machte unbeirrt weiter bis wir gleichzeitig kamen.

„Was war los mit dir heute?“ „Nichts, wieso?“ „Du warst so überreizt. Ich fands gut. So ist das nicht. Aber es war trotzdem anders. Gut anders.“ Er konnte sich ja auch nur auf den Kitzler konzentrieren und nicht tief fingern. Da passiert das schon mal.

 

Und dann stand mir der Klogang bevor. Jetzt fing das große Puhlen an. Per Jodel hatte ich vorher schon mal gefragt, ob andere damit Erfahrungen gemacht hatten. Und dass der am Ende nur sehr schwer wieder zu entfernen ist, war die häufigste Aussage. Ein paar mussten dafür auch zum Frauenarzt gehen, weil sie es allein nicht schafften. Puh. Also lief ich ins Bad. Man sollte dafür am besten in die Hocke gehen und dann … puhlen. Ich konnte ihn noch fühlen. Zum Glück. Aber ich konnte ihn kaum greifen. Eigentlich sollte es eine Lasche geben in die man seinen Finger stecken kann, um den Tampon dann einfacher rausziehen zu können, aber irgendwie fand ich die Lasche nicht oder sie war auf der anderen Seite. Ich puhlte weiter. Versuchte es mit Pressen. Überlegte, ob eine Pinzette eine gute Idee wäre. Überlegte, ob ich Mr Glühwein fragen sollte. War kurz davor Panik zu bekommen und versuchte es dann noch mal. Dieses Mal konnte ich ihn besser greifen, aber weil der Daumen nun mal recht kurz ist und Zeige- und Mittelfinger keine so gute Greifzange ergeben, war das recht schwierig. Aber ich versuchte es weiter. Und nach ca. fünf langen Minuten und Bangen (die Schwammspitze hätte ja auch einfach abreißen können) war er dann endlich draußen. Zum Glück waren meine Nägel relativ kurz. Kaum auszumalen wie Frauen das mit künstlichen spitzen Nägeln hinbekommen sollen.

 

Fazit: Nein. Das mache ich nicht noch mal.

Aller guten Dinge sind drei

Aller guten Dinge sind drei und natürlich möchte ich euch auch nicht das letzte neue Joyclub Date vorenthalten. Er war ungefähr so alt wie ich, kam aus meiner Stadt und war ständig krank und wahnsinnig spontan.

 

Manchmal kamen kryptische Nachrichten wie „wie steht’s?“ an, womit er ausdrücken wollte, dass er nun Zeit hat und wir uns nun treffen können. Ich bin eine Frau von vielen Worten und komme damit nicht klar. Also klappte das mit einem Treffen für ca. einen Monat nicht. Immer wieder machten wir einen Tag aus, aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich dann den ganzen Tag nichts vornehmen und darauf warten, dass der andere endlich antwortet, sondern nehme mir was anderes vor, wenn irgendwer zuerst fragt. Und so war ich dann schon immer verplant, wenn er gegen 20 Uhr schrieb, dass wir uns nun treffen können. Ich erklärte ihm, dass so was bei mir nicht funktioniert, er schrieb „okay“ und blieb für immer stumm. Naja, für ca. eine Woche. Da meldete er sich dann mit einem konkreten Vorschlag zurück. Wow. Geht doch.

 

Wir wollten uns mittags auf einen Kaffee treffen. „Wo und wann können wir dann ja morgen Vormittag besprechen.“ Argh … aber okay. Es regnete, weswegen ich keine Lust hatte in seinen Stadtteil zu laufen und lockte ihn in meinen. Wir wollten uns an der Haltestelle treffen, die von zahlreichen Cafés umgeben ist. Ich war zuerst da und nur wenige Momente später, fuhr seine Bahn ein. Er stieg aus, sah mich sofort und begrüßte mich mit einem neutralen „hi“. Kein Lächeln, keine Umarmung, kein gar nichts. Oookay.

 

Er war recht groß, recht tätowiert und hat auch recht viele Piercings im Gesicht. Hmm … auch nicht so unbedingt meins, aber besser als die geschniegelten Spießer von den letzten Malen. Weil das eine Café, wo ich eigentlich hin wollte, voll war, schlug ich andere vor. „Lass uns ins Café xy gehen. Die haben gute Sachen.“ Zum Glück schien er entscheidungsfreudig zu sein. So etwas mag ich nämlich gar nicht. Also, wenn jemand keine Entscheidungen treffen kann. Zumindest keine leichten. Und sich für ein Café zu entscheiden, war ja leicht.

 

Wir liefen zu dem Café und wegen der Mittagspause war es relativ voll, aber wir fanden einen kleinen Tisch und der aufgedrehte Kellner brachte uns sofort ein paar Karten. Ich bestellte mir einen Milchkaffee. Er hatte noch nichts gegessen und bestellte sich irgendwas Veganes. Bis das Essen kam, erzählte er. Sehr leise, weil die jungen Studenten am Nebentisch so nah saßen. Wir redeten über unsere Joyclub Erfahrungen und endlich bin ich mal nicht sein erstes Date darüber. Tatsächlich hatet er schon viel erlebt und konnte viel berichten. Um genaueres zu erzählen, setzte er sich direkt neben mich, damit er nicht so laut sprechen musste. Die Studenten neben uns aßen nämlich einfach nur. Sie redeten nicht und konnten jedes Wort verstehen. Aber er wollte mir unbedingt von seinen Erfahrungen über die Sklavenzentrale erzählen. „Das ist nicht so meine Szene, aber du kannst gerne darüber berichten“, sagte ich. Nicht, dass er sich direkt vorstellte, dass ich auch so was machen will. Irgendwann lief ich auf die Toilette, kam wieder und legte meine Hand auf den Tisch. Direkt neben seine. Ohne Hintergedanken. Er nahm sie direkt und streichelte darüber.

 

Hm. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Er hat aufgegessen und will spazieren gehen. „Aber es regnet!“ Also bleiben wir sitzen. Die anderen Gäste sind inzwischen gegangen. Jetzt muss man ja nicht mehr so leise reden. Wir bleiben also noch etwas bis es aufgehört hat. Er bezahlt und wir laufen ein wenig durch die Gegend. Irgendwann nimmt er meine Hand. Hm … ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll, lasse es aber einfach mal zu. Dann bleibt er stehen, zieht mich zu sich und küsst mich ganz spontan. „Hihi! Jetzt habe ich dir einen Kuss geklaut!“, sagt er und ich muss spontan an Hayat denken, weil ich direkt davor ihren neuen Post gelesen habe, in dem ihr Arzt sie noch nicht geküsst hat. In meinem Fall hat er es einfach gemacht und das finde ich grundsätzlich gut. Wir laufen noch ein wenig durch die Gegend bis wir an der Post vorbei kommen und ich daran erinnert werde, dass ich unbedingt noch Sachen verschicken muss. Aber das hatte ja noch etwas Zeit. Also laufen wir weiter. Immer wieder bleibt er stehen, nimmt mich, küsst mich und lässt mich wieder los. Es ist okay. Sonst würde ich mich ja dagegen wehren, aber ich weiß immer noch nicht, ob er mir wirklich so sehr gefällt.

 

Irgendwann landen wir wieder an der Post. Ich führe uns die ganze Zeit, weil er sich in dieser Gegend nicht auskennt. Und nun beschließe ich, dass ich wirklich dringend nach Hause muss. Ich zeige ihm noch den Weg zur Haltestelle, wir verabschieden uns und als ich Zuhause ankomme, sehe ich, dass er mir bereits geschrieben hat: „Du hübsches Ding“. Ähm ja. Danke.

 

Danach kamen alle paar Tage erneut diese kryptischen Nachrichten bis er irgendwann in der Nacht fragte, ob wir uns die Tage noch mal wieder sehen wollten. Ich wusste immer noch nicht so genau, ob ich das wollte, konnte mir aber vorstellen, dass es mit ihm ziemlich gut und aufregend werden könnte und stimmte zu. Wir vereinbarten Ort und Zeit, aber ich musste wieder absagen, weil sich pünktlich mein Unterleib mit Krämpfen meldete. Vielleicht war das ein Zeichen und etwas (mein Unterleib) wollte mir damit sagen, dass ich ihn doch nicht so gut fand.

Joyclub Dating 2.0 Teil 3

 

Bis zum nächsten Date vergingen Wochen. Wieder traf ich wen aus meiner Stadt. Wieder wen in meinem Alter. Er wollte sich bereits um 17 Uhr treffen. Ich machte 19 und dann 20 Uhr daraus. Wir trafen uns vor einem Irish Pub. Er gefiel mir auf dem ersten Blick nicht wirklich. Aber vielleicht würde sich das ja noch ändern. Wir fanden keinen Platz und liefen woanders hin. Auch da war alles voll. Also steuerten wir die nächste Kneipe an, die noch nicht voll war. Dort traf er auf zwei Kollegen. „Mit dem einen wollte ich heute eigentlich was trinken gehen, habe ihm dann aber doch gesagt, dass ich nicht kann. Oops…“ Ihm war es unangenehm, weil wir direkt in deren Blickfeld saßen und sie nun den wirklichen Grund für seine Absage kannten. Wir bestellten Bier und ich fand heraus, dass ich sein allererstes Blind Date war. Er wollte das einfach mal ausprobieren. Er wollte vieles mal ausprobieren. Das Gespräch war nett, aber irgendwann waren die Themen durchgekaut. Schnell merkte man, dass da nicht besonders viele Gemeinsamkeiten waren. Schnell merkte ich, dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie der irgendwann mal in meinem Bett liegen würde. Irgendwann bemerkte ich, dass seine Kollegen verschwunden waren und erwähnte es. „Also du triffst dich mit jemanden auf einen Drink und dann überlegt man, ob man es an einem anderen Tag fortsetzen würde?“ „Ja, genau.“ Man merkte wie er überlegte. „Wärst du mir böse, wenn ich jetzt gehe und meine Kollegen noch einhole und mit denen weiterziehe?“ Okay. Das war abrupt. Das war unerwartet. Aber das war okay. Wahrscheinlich hätte ich an seiner Stelle das Gleiche gemacht. Ich war im ersten Moment etwas verwirrt, deswegen erklärte er, dass wir beide wohl gemerkt hätten, dass es sowieso nicht passen würde und wir daher auch keine Zeit verschwenden müssten. „Du siehst nicht glücklich damit aus.“ „Ich würde mir nur doof vorkommen, wenn du mich hier jetzt einfach sitzen lassen würdest und wir nicht zusammen rausgehen.“ Also trank er noch brav sein Bier mit mir aus, wartete bis ich fertig war und bezahlte dann an der Theke.

Wahrscheinlich wäre der Abend anders ausgegangen, wenn ich Sex nicht so deutlich ausgeschlossen hätte. Wahrscheinlich wäre er aber unbefriedigend und einmalig gewesen. Und wahrscheinlich hätte man ihn nur mitgenommen, weil es möglich gewesen wäre und man ja keine Gelegenheit verstreichen lassen sollte. Aber sehr wahrscheinlich ist eine Folge Gilmore Girls und Pistazieneis viel besser als unterdurchschnittlicher Sex, den man nicht wiederholen will.

 

Und jetzt warte ich auf Mr Glühwein. An sein Nasenpiercing habe ich mich inzwischen gewöhnt. Wahrscheinlich nur so lange bis da ein Ring durch kommt. Aber dafür darf ich ihm die Haare flechten und er bringt immer Alkohol mit. Und ich muss mir nicht die ganze Zeit denken, dass meine Zeit mit den Gilmore Girls viel besser wäre.

Joyclub Dating 2.0 Teil 2

 

Ich traf mich also mit dem Profiltextdieb zum Abendessen. Ist jetzt nicht unbedingt meine Idealvorstellung für ein erstes Treffen, weil das lange dauert, weil man direkt viel Geld ausgeben muss und weil man überhaupt etwas finden muss, auf das beide Lust haben. Aber ich wusste, dass ich an dem Tag bis kurz vorher unterwegs war und es nicht schaffen würde, vorher zu essen. Also war das einfach praktisch. Er schlug eine Reihe teurer und exklusiver Restaurants vor … „da geht nur die High Society hin … und da kommt man ohne Reservierung gar nicht erst rein … das sieht von außen immer sehr exklusiv aus … die haben in irgendeiner Show gewonnen … blabla.“ Ich entschied mich am Ende für irgendeinen Griechen. „Da ist das sehr familiär. Es schmeckt großartig und ist recht günstig. Aber ich weiß nicht, ob es das Richtige ist, um eine schöne junge Dame auszuführen.“ Passt schon. Ich wollte weder selbst zu viel Geld für irgendein Essen zahlen, was am Ende schlecht läuft und womöglich langweilig wird, noch wollte ich mich von ihm zu einem teuren Essen einladen lassen, wenn ich ihm an Ende langweile.

 

Wir trafen uns vor dem Griechen. Er war groß, hatte schöne Arme, aber irgendwie ein komisches Gesicht. Er war freundlich, höflich und stinklangweilig. Und starrte bei jeder Gelegenheit auf meine Brüste. Da war nicht mal was zu sehen, weil ich gar keinen Ausschnitt trug. Er redete wahnsinnig langsam. Ich rede im Gilmore Girls Tempo und bei ihm klingt das so, als ob irgendwer die Slow-Taste betätigt hätte. Er hatte Mathe, Physik und noch irgendwas anderes abgedrehtes studiert, promoviert und arbeitete nun für irgendein Unternehmen. Daher war er unter der Woche in einer anderen Stadt und am Wochenende in meiner. Auch nicht so ideal. Das Essen war lecker. Er bestellte zwei große Bier und trank am Ende auch noch meinen Ouzo, weil ich zu dem Zeitpunkt auf Alkohol verzichtete und sprach dadurch wohl etwas schneller. Aber immer noch halb so langsam wie ich. Insgesamt war es also durchwachsen. Wir verabschiedeten uns, er bot nicht mal an mich nach Hause oder zur Bushaltestellte zu begleiten (das fällt mir nur auf, weil er der Erste war, der das nicht gemacht hat), wollte dafür aber Handynummern austauschen, was ich ablehnte und machte mir im Weggehen noch ein Kompliment für mein Outfit.

Am nächsten Tag hatte ich eine lange Mail von ihm. Ich erwartete eine ausführliche Erklärung darüber, warum wir das nicht wiederholen sollten. So etwas steht ja meistens in langen Nachrichten. Stattdessen ging er detailliert auf mein Aussehen ein und was ihm daran alles gefallen hat. In der Mail waren sicherlich zehn Komplimente. Puh. Nett war das. Übertrieben aber auch. Ich antwortete erstmal nicht. Noch nicht. Schließlich verdiente eine lange Mail auch eine lange Antwort. „Ich hoffe, dass ich damit nicht zu dick aufgetragen und dich vertrieben habe.“ Schickte er noch hinterher. Doch, eigentlich schon. Nachdem mir auch nach zwei Tagen nichts eingefallen war, was ich darauf erwidern könnte, bedankte ich mich einfach nur. „Ich mache gerne Komplimente, wenn es an die Richtigen geht. Ich würde dich gerne am kommenden Samstag wieder sehen.“ Ach Gott. Wie komme ich da bloß wieder raus. Wie vergibt man einen Korb an jemanden, der doch eigentlich so nett ist? Andere würden ihn einfach ghosten, aber das ist mies. Ich habe ebenfalls gar nichts gemacht. Ok doch. Ich habe zugesagt, weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte.

 

Außerdem dachte ich mir, dass ich ihn ja vielleicht bei einem zweiten Treffen etwas anziehender finden könnte. Wer weiß. Also stand ich eine Woche später vor seiner Haustür. Wir wollten was Essen. Weil ich noch keinen Hunger hatte, sollte ich erstmal zu ihm kommen, um dann zu überlegen, ob wir was kochen, bestellen oder Essen gehen. Ich stand vor einem Wohnheim. Genau an der Pokémon Arena, die ich seit Tagen versuchte Gold zu färben. Mist. Ich musste immer durch den Hinterhof laufen, wenn ich zur nächsten Arena wollte. Und da wohnte der also? Hoffentlich würde das am Ende nicht schlecht ausgehen, sonst würde ich die nie Gold bekommen.

 

Ich fand seine Klingel nicht und schrieb, dass ich nun da war. Die Tür ging auf, ich lief die paar Stockwerke hoch und er begrüßte mich schon im Treppenhaus. Hmm … letztes Mal entschied er sich für ein Hemd. Heute trug er ein T-Shirt und wirkte nun noch unattraktiver auf mich. Das hatte schon mal nicht geklappt. Wir liefen in die Küche und beim Betreten der Wohnung konnte ich in ein Zimmer sehen. Das war extrem hässlich eingerichtet und in der Ecke stand ein Einzelbett. Hoffentlich war das nicht sein Zimmer. Doch, natürlich war das sein Zimmer. Wozu auch eine teure Wohnung suchen, wenn er eh nur am Wochenende in der Stadt war und sonst in schicken Hotels wohnt. Ich sehnte mich schon jetzt nach meinem wunderschönen Zimmer.

 

Wir entschieden uns dafür einen Film zu gucken bis ich Hunger bekam und dann entweder etwas zu bestellen oder zu holen. Weil er den Jugendcode für den Account nicht kannte, konnten wir den eigentlichen Film nicht schauen und ich schrie auf, als ich „Findet Dorie“ in der Liste sah. Den wollte ich schon lange sehen und hatte die perfekte Länge. Also machte er den Film an und wir saßen beide auf seinem Einzelbett. Auf der langen Seite. Mit Abstand dazwischen. Nicht auf der kurzen. Und es passierte nichts. Zum Glück. Denn den Film wollte ich wirklich sehen und außerdem fand ich ihn weiterhin nicht ansprechend. Irgendwann knurrte mein Magen und seiner auch. Der Film war zu Ende und ich musste das hier auch irgendwie zu Ende bringen. Aber ich hatte Hunger. Und er auch. Also beschlossen wir, was zu essen. „Wir können ja was bei der Pizzeria um die Ecke holen gehen und hier dann noch einen Film gucken.“ „Wir können das auch einfach dort essen.“ „Ja, können wir auch.“ Da würde ich leichter eine Ausrede finden, um nach Hause zu gehen. Aber die brauchte ich gar nicht. Wahrscheinlich bestrafte mich auch das Karma, dass ich das hier überhaupt unnötig in die Länge zog, aber ich biss auf irgendwas Hartes und hatte Zahnschmerzen und dadurch Kopfschmerzen. Und er hatte keine Schmerztabletten Zuhause. Aber ich. Also war die logische Konsequenz, dass ich nach Hause gehen muss. Das Essen war extrem … still. Ich stellte oberflächliche Fragen, er erzählte. Und stellte keine Gegenfragen. Und dann werde ich extrem passiv und habe keine Lust auch nur irgendwas zu erzählen, weil ich denke, dass es meinen Gegenüber eh nicht interessiert. Sonst würde er ja nachfragen.

 

Also verabschiedeten wir uns. Wieder bot er nicht an, mich zur Bushaltestelle oder nach Hause zu begleiten. Wieder schrieb er mir eine detaillierte Bewertung zu meinem Outfit (was ist nur los mit dir?). Und wieder wollte er diesen schönen (?!) Abend wiederholen. Am liebsten schon am nächsten Tag. Aber ich hatte andere Pläne. Er schrieb mir weiterhin. Meine Antworten waren knapp. Er schickte mir Bilder von seinem Hotel und schrieb mir, wie schön es wäre, wenn ich da jetzt in seinem großen Bett liegen würde. Ich antwortete, dass ich krank bin und ging nicht weiter darauf ein.

 

Tage später war ich wieder gesund, stand unter der Dusche und beschloss, dass jetzt der Tag gekommen war, an dem ich ihm einen Korb geben musste. Als ich auf mein Handy schaute, war eine Nachricht von ihm da. Er will mich wiedersehen, aber er ist sich nicht sicher, ob ich das auch will. Uh, der machte mir das jetzt aber besonders leicht. Also antwortete ich, dass ich das nicht will. Aus diversen Gründen. Und er bedankte sich dafür, dass ich so ehrlich bin und er jetzt Sicherheit hat. Wenn das immer so friedlich und höflich ablaufen würde, hätte nie jemand dieses dämliche Ghosting erfunden.

Joyclub Dating 2.0 Teil 1

Mein letztes Joyclub Date liegt Monate zurück. Ihr habt letztens darüber gelesen und wisst nun, dass es nicht besonders befriedigend war. Dank Mr Glühwein hatte ich dann ja aber eh wen, der mich zuverlässig jede Woche bespaßte und musste mich auch nicht nach wem anderen umsehen.

 

Ich checkte zwar regelmäßig meine Nachrichten, lehnte aber so gut wie jede Anfrage ab. Zu plump, zu weit weg, zu alt, zu unsympathisch, zu unattraktiv. Vor allem ersteres kam erschreckend häufig vor. Wer meinen Twitter Account verfolgt, kann lesen, was ich teilweise für Nachrichten bekomme: „Ich habe deine Bilder angeguckt. Du würdest meinem Mann gut gefallen. Ich wollte ihm schon lange mal eine Überraschung machen.“ „Bin Freitag in einem Hotel in deiner Stadt. Willst du mich da besuchen kommen?“ „Soll ich mal eben bei dir vorbei kommen, damit du mir schön den Schwanz lutschen kannst?“ Entweder blockiere ich die Nutzer nach solchen Nachrichten direkt, gebe ihnen die Adresse des örtlichen Laufhauses (kenne ich dank Jodel inzwischen schon auswendig) weiter oder frage sie, ob sie die Internetseite verwechselt haben und die Frage eigentlich einem Escort stellen wollten.

 

Irgendwann reichte es mir und ich schrieb meinen Profiltext um. Ich hatte keine Lust mehr auf irgendwelche Geschäftsleute, die gelangweilt im Hotel saßen und zu geizig für ein Callgirl waren. Ich wollte nicht der aufregende Seitensprung von einem langweiligen Ehemann sein und schon gar nicht wollte ich, dass irgendwer sich direkt zu mir nach Hause einlädt. Pff …

Nachdem ich auch schon lange nicht mehr aktiv war und meine weiteren Erfahrungen eher durch das Lesen von anderen Blogs sammelte, wollte ich vor allem keinen Sex mehr bei einem ersten Date haben. Zu oft bleibt es dann einmalig. Zu oft steht die Befriedigung des Mannes im Vordergrund (aka für mich war es langweilig) und zu oft denkt man sich „hat er jetzt nur mit mir geschlafen, weil ich gerade da war und er den langen Weg nicht umsonst machen wollte?“ Also gab ich das ebenfalls auf meinem Profil an und siehe da: Die plumpen Anfragen gingen zurück. Hin und wieder rutschte doch mal eine durch, weil der werte Herr nicht lesen kann oder zu faul war, sich den Text genauer anzuschauen, aber es blieb überschaubar. Die Nachrichten wurden spannender und vor allem länger.

 

Und so erreichte mich irgendwann eine Nachricht von jemandem aus meinem Alter und aus meiner Stadt. Sein Profiltext klang fast genau wie meiner (erst später sollte ich herausfinden, dass mein Text der erste war, den er gelesen und sich wohl an ihm orientiert hat), seine Grammatik war super (großer Pluspunkt. Den meisten antworte ich aus Protest nicht, weil ich keine Lust habe, mich durch den nächsten katastrophalen Text zu quälen) und er machte mir nach ein paar Nachrichten einen konkreten Vorschlag für ein Date. Spontaneität ist nämlich ebenfalls etwas, womit ich beim ersten Date nichts anfangen kann. Bei Freunden und Bekannten bin ich gerne spontan, wenn sie mich mittags fragen, ob ich mich auf einen Kaffee mit ihnen treffen will. Aber wenn die ganze Zeit im Raum steht, dass man sich irgendwann mal treffen könnte und er dann um 19 Uhr fragt, ob man am gleichen Abend was trinken gehen will, ist der Zug meist abgefahren und ich habe was anderes vor. Man muss halt Prioritäten setzen…

 

Was ist das?

Es ist Freitagabend. Meine Mitbewohnerin und ich sind beim Essen völlig eskaliert, haben Risotto gekocht, Schokoladensoufflé gebacken, Chips weg inhaltiert und literweise Cider und Wein getrunken. Ich bin mittlerweile in mein Bett gewandert, liege im Foodkoma und froh darüber, dass mir alle zum Feiern abgesagt haben, denn draußen sind es ca. -100 Grad. Und es schneit. Doll.

Ich schaue gerade den Gilmore Girls dabei zu wie sie haufenweise Pizza in sich rein stopfen und erkläre meiner Mutter wie sie Sachen auf Amazon bestellen kann bis mich plötzlich eine Nachricht von Mr Glühwein erreicht: „Ich habe das Gefühl wir beide haben Freitagswuschigkeit.“ Der elendige Stalker hat wohl gesehen, dass ich auf einem bestimmten Portal online bin bzw. war. Denn gerade schreibe ich ja mit meiner Mutter. „Wie kommst du bloß darauf?“ „Ich weiß halt, dass wir das meist gleichzeitig haben.“ Recht hat er. Es ist wieder dieser eine Zeitpunkt im Monat in dem ich alles anspringen könnte.

 

„Dann sollte ich mich wohl beeilen und zu dir kommen.“ „Solltest du wohl.“ „Vielleicht zeigst du mir mal etwas, damit ich mich noch mehr beeile.“ „Ja Mama, du musst das dann direkt bezahlen.“ Oh … irgendwelche sexy Fotos verschicken, während die Mutter im Chat direkt da drüber ist, sollte ich wohl vermeiden. „Du weißt auch so schon ganz genau, weswegen du dich beeilen solltest.“ „Ja, hast du auch wieder Recht.“ Und so beeilte er sich und machte sich auf den Weg.

 

Eine Stunde später klingelte es an der Tür. „WOAH der Wahnsinn! Das ist ja alles weiß!“ begrüßte ich ihn begeistert. Schließlich muss ich direkt an die Haustür und da war nun mal alles weiß. Und er auch. Denn es schneite so doll, dass er auf den 300m von der Haltestelle ziemlich viel Schnee abbekam. Ich ließ mich nicht von ihm umarmen. Da war mir zu viel Schnee und zu viel Kälte. Also drückte er mir einen Kuss auf und folgte mir in mein Zimmer. Er zog sich seine Jacke und Schuhe aus, legte seinen Rucksack zur Seite und stand vor mir. Was war das da an seiner Nase? War draußen irgendeine Ader geplatzt und nun hatte sich ein kleiner dunkler Blutfleck dort gebildet? Hmm? Könnte auch Dreck sein. Oder vielleicht hatte er Pizza gegessen und das war ein bisschen Oregano? Während ich mich darüber wunderte, wunderte ich mich nicht darüber, dass er sich wie ein kleines Kind über die offene Haribo Tüte auf meinen Tisch hermachte. „Ich habe die guten Sachen schon alle aufgegessen und die wirklich guten Sachen vor dir versteckt. Also kannst du das aufessen.“ Es waren nur noch die langweiligen Weingummis in der Colorado Tüte, die am Ende immer über bleiben, die er aber am liebsten isst. Also wärmte er sich auf, während er schon bald fast die ganze Tüte geleert hatte und nur noch die wirklichen Loser-Sachen (Lakritz ohne alles) übrig ließ.

 

Ich saß auf meinem Bett und beobachtete ihn beim essen. Was war das bloß an der Nase? Es sah so merkwürdig aus. Irgendwann war er fertig und legte seine Hände auf meine nackten Beine. Ich hatte nämlich bereits meinen Pyjama an. Er saß mir nun direkt gegenüber und setzte zum Kuss an. War das etwa ein Piercing? War das neu? Hatte er sich ein Nasenpiercing stechen lassen? Wer macht das denn über 30? Wer macht das über 20? Wer macht das, wenn er nicht mehr 15 ist? Wer macht das überhaupt? Das sieht eigentlich immer scheiße aus. Er küsste mich jetzt und ich musste ja jetzt einfach mal mitmachen. Dann drückte er mich auf mein Bett und weil er zunächst neben mir saß, wollte er meine Beine auseinander ziehen, damit er sich dazwischen auf mich legen konnte. Ich ließ meine Beine steif, damit er das eine Bein einfach nur hochheben musste und winkelte es aber in dem Moment an, als er sich zu mir nach unten beugte. Ende vom Lied: Ich traf ihn mitten auf die Nase. Er schrie auf, hielt sich seine Nase, weinte fast und stürzte sich aus Rache nun auf mich (letztes Mal habe ich seine Eier getroffen als ich über ihn steigen wollte, um das Bett zu verlassen. Er hat eine Stunde lang beleidigt gespielt und ich musste mich ausführlich bei „ihm“, also seinem Schwanz und nicht ihm, entschuldigen), um nun noch heftiger zu knutschen.

 

Irgendwas war da jetzt an der Nase. Eiterte das, weil ich die eben getroffen hatte? Brauchte er einen Verband? An der Nase? Geht das? Vielleicht ein Taschentuch? „Hast du dir ein Piercing stechen lassen?“, unterbrach ich ihn also. „Ja“ „Ganz frisch?“ „Ja, deswegen tat das auch so weh, als du dagegen getreten hast.“ „Irgendwas ist da komisch. Irgendwas hab ich kaputt gemacht.“ Ich drückte darauf rum. Aber da war nichts kaputt. Hmm … „Du darfst das nicht anfassen. Dafür ist das zu frisch!“ Und dann zog er meine Hand weg und hielt sie mir über den Kopf, damit er mit seiner anderen Hand zwischen meine Beine gehen konnte. Aber ich musste die ganze Zeit dieses Piercing anstarren. „Irritiert dich das jetzt so sehr?“ „Ja!“ Und dann drehte er seinen Kopf zur Seite, damit ich das nicht weiter angucken konnte. Pf …

 

Ein Nasenpiercing…wie unattraktiv. Vielleicht sollte ich mich doch wieder mit Juristen oder Anzugträgern treffen. Die werden mich wohl nicht mit so etwas überraschen.

Und jetzt?

Irgendwann an einem Freitagabend im Sommer letzten Jahres war mir langweilig. Meine Mitbewohner waren ausgeflogen und ich hatte nichts geplant. Also öffnete ich meinen Laptop und ging meine Mails im Joyclub durch. Irgendwer schrieb mir. „Lust spontan was trinken zu gehen?“ Hm … ich verlangte ein Gesichtsbild. Er sah aus wie Mark Ruffalo in jungen Jahren. Konnte man mal machen. Wir vereinbarten eine Zeit und einen Treffpunkt. Er kam aus der Nachbarstadt und musste irgendwo sein Auto abstellen. Also verriet ich ihm meine ungefähre Adresse damit er dort in der Nähe parken und mich abholen konnte.

 

Irgendwann sagte er mir Bescheid, dass er jetzt da sei. Ich schnappte mir meine Tasche und lief zum Treffpunkt. Hmm … er war kleiner als gedacht, aber okay. „Bist du genervt? Soll ich wieder gehen?“ fragte er direkt. Ich hatte noch gar nicht viel gesagt. Wie konnte er da erkennen, dass ich genervt war? Ich war außerdem gar nicht genervt. Zumindest noch nicht.

Wir trafen uns relativ spät, weil ich spontan noch eine Freundin zu Besuch hatte, weswegen wir aber auch ein Irish Pub in der Innenstadt ansteuern konnten, was Freitagabend normalerweise immer brechend voll war. Aber da es bereits nach 22 Uhr war, zogen die meisten Gäste bereits weiter. Wir fanden irgendwo einen freien Tisch und bestellten das erste Bier. Also er. Ich trank Cider.

 

Die Stimmung war seltsam, wir fanden nicht so wirklich Gesprächsthemen. Ich war sein erstes Joyclub Date, daher wusste er nicht so wirklich wie er sich benehmen sollte. Außerdem waren wir in der Nähe vom Billardtisch und neben einem großen Gruppentisch, an dem ein sehr lautes Trinkspiel gespielt wurde, weswegen eine Unterhaltung irgendwie schwer war, weil er nach jedem Satz von mir „was?!“ rief. Und ich auch. Also wechselten wir den Tisch und fanden eine ruhigere Ecke. Das erste Bier war leer, dann das zweite und beim dritten stieg er auf irgendwas Unalkoholisches um, weil er ja noch fahren musste.

 

Inzwischen hatten wir Gesprächsthemen gefunden, die letzte Runde wurde aufgenommen. Wir saßen tatsächlich bereits seit 3 Stunden in dem Pub. „Wollen wir zahlen?“ fragte er irgendwann. „Okay!“ Er zahlte, ich schnappte mir meine Tasche und lief voran. „Und jetzt?“ „Wir können ja noch etwas spazieren gehen.“ „Okay“ Mir war nach Knutschen, aber er hatte immer noch keinen Plan, wie er das jetzt so angehen sollte. Also steuerte ich uns in Richtung meiner WG. „Und jetzt“ fragte ich, als wir in der Nähe seines Autos waren. „Weiß ich nicht“, sagte er grinsend. Hach, das konnte ja anstrengend werden. Ich stellte mich also direkt vor ihn. So viel größer als ich war er ja nicht, weswegen mein Gesicht direkt vor seinem war. „Immer noch nicht?“ fragte ich provozierend. Er hatte gar nicht aufgehört zu grinsen und tat es immer noch. Und dann folgte der laaaangsamste Kuss der Weltgeschichte. Puh. Aber wenigstens war der gut. Das konnte er. Das könnte man noch weiter machen. „Sollen wir jetzt zu mir gehen?“ Wahrscheinlich hätten wir noch zehn Stunden draußen rumgestanden, wenn ich nicht gefragt hätte. „Okay“ war seine Antwort. Natürlich.

 

Wir blieben in der Küche, ich brachte uns Wasser und setzte mich auf meinen Stammplatz. Ich hatte das Gefühl, dass wir wieder von vorne anfangen müssten. Von der nächsten Knutscherei waren wir weit entfernt. Aber ich war gespannt, was er jetzt vorhatte und lehnte mich daher zurück. Er erzählte irgendwas und fing dann irgendwann an meine Hand zu streicheln. Oho! Dann erzählte er nicht mehr. Ich schaute ihn an. „Und jetzt?“ fragte ich wieder. „Jetzt…“ sagte er, beugte sich zu mir rüber und fing wieder an mich zu küssen. So verbrachten wir eine Weile. Das war sehr süß, ganz unschuldig, FSK 12. Und irgendwann wurde das auch ein wenig langweilig. Ich saß nämlich immer noch auf meinem Stuhl gegen die Wand gelehnt. Mit den Füßen auf dem kleinen Balken zwischen den Stuhlbeinen gestützt. Also stand ich auf, um ein wenig Action reinzubringen.

 

Das machte Spaß. Das konnte man mal machen. So ein bisschen rumknutschen, ganz harmlos. Immer noch FSK 12. Er traute sich irgendwie nicht mehr. Legte erst dann eine Hand an meinen Kopf, als ich das zuvor machte. Fasste erst dann an meine Taille, als ich ihm das vormachte. Langsam wurde das wirklich anstrengend. Und es ging mir einfach viel zu langsam. Wie spät war das jetzt? 3 Uhr? Ich wurde langsam müde. Also drängte ich ihn in mein Zimmer. Ich fühlte mich schon fast wie eine alte Frau, die hier einen 15-Jährigen verführen wollte. Dabei war er ein paar Jahre älter als ich.

 

Wir waren jetzt also in meinem Zimmer und knutschten immer noch wie zwei 15-Jährige. Ich hatte das Spiel aber inzwischen verstanden und wusste, dass jeder nächste Schritt von mir eingeleitet werden musste. Okay. Also zog ich ihn aus. Er zog mich aus. Ich bearbeitete seinen schon sehr harten Schwanz mit der Hand. Er stöhnte. Er zog meine Hand weg. „Sonst komme ich direkt.“ Er bearbeitete also mich mit der Hand, checkte ob ich feucht genug war, ehe er nach einem Kondom fragte. Ich deutete auf meinen Nachttisch auf dem welche lagen.

 

Er zog sich das Gummi über, ich legte mich in Position und wartete ab. Er drang ein, versuchte es zumindest, fluchte und murmelte was von „ich mag keine Gummis. Damit kann ich nie.“ Ich murmelte was von „ohne Gummi mag ich nicht.“ Und erschrocken stellte er klar, dass er das auch gar nicht wollte. Also versuchten wir es noch mal. Aber es klappte nicht. „Ich glaube, ich fahre jetzt lieber mal nach Hause, denke darüber nach, was gerade passiert ist und schäme mich.“ Und dann zog er sich auch schon an, bewegte sich schneller als zu irgendeinem Zeitpunkt an diesem Abend und ward nie wieder gesehen.

 

Buhu.